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Hoffnung im Abstiegskampf: Der FC Schlieren ist wieder im Geschäft

Der Schlieremer Rachid Dos Santos (links) zeigte eine starke Partie.

Der Schlieremer Rachid Dos Santos (links) zeigte eine starke Partie.

Der FC Schlieren besiegt in der 2. Liga den FC Seefeld mit 1:0.

Und dann brachen alle Dämme: Die Ersatzspieler sprangen auf und jubelten zusammen mit Schlierens Trainer Besnik Ramadani an der Seitenlinie. Derweil wurde Carlos Coelho von seinen Schlieremer Mannschaftskollegen bestürmt.
Zehn Minuten blieben zu diesem Zeitpunkt noch zu spielen in der Partie zwischen Schlieren und Seefeld, und das Spiel war noch keineswegs entschieden. Doch Coelhos Kopfballtor zur 1:0-Führung löste bei den Schlieremern Glücksgefühle aus, als hätten sie soeben den Aufstieg geschafft. «Es ging ja auch um sehr viel in dieser Partie», sagte Ramadani später. «Den Druck spüren derzeit alle.»

Um wie viel es ging, zeigte sich von Beginn weg. Beide Mannschaften gingen beherzt zur Sache, es war ihnen deutlich anzumerken, dass sie sich gegenwärtig im Kampf gegen den Abstieg befinden. Die Partie war von vielen Fouls und Unterbrüchen geprägt, richtig gehässig wurde es allerdings nie. Die Schlieremer hatten in der Anfangsphase jedoch die besseren Chancen – die beste nach zehn Minuten, als Giuseppe Sorrentino von Rachid Dos Santos im Strafraum angespielt wurde, Sorrentino aber das leere Tor verpasste. Nach einer halben Stunde dann die grösste Chance für die Gäste, als ein abgelenkter Ball über Schlierens Torwart Jérôme Vollenweider vorbei an die Latte knallte – Glück für die Limmattaler.

Die Schlieremer hatten insgesamt aber mehr vom Spiel und erspielten sich auch mehr Chancen. Dos Santos kam kurz vor der Pause zum Torschuss, und wenig später zirkelte Jak Mesto mittels Freistoss den Ball aufs Tor, doch beide Male konnte Seefelds Torhüter Andrin Albonico abwehren.

In der zweiten Hälfte kamen die Hausherren zu weiteren guten Chancen: Erst scheiterte Captain Davide Lopez mit einem harmlosen Versuch, dann versuchte Sorrentino sein Glück - vergeblich. Eine Viertelstunde danach Lopez mit einem Freistoss – wieder nichts. Den Schlieremern rannte langsam die Zeit davon. Ramadani und seine Ersatzspieler wurden an der Seitenlinie immer nervöser, denn ein torloses Unentschieden hätte den Limmattalern nichts genutzt, sie mussten gewinnen, um im Abstiegskampf nicht vollends ins Hintertreffen zu geraten. Dann sprang Coelho zum Kopfball hoch und sorgte mit seinem viel umjubelten Treffer doch noch für die Schlieremer Führung, die angesichts der Spielanteile völlig verdient war.

Nun waren die Seefelder gefordert. Und die Gäste lieferten den Schlieremern eine brisante Schlussphase. In der letzten Minute der regulären Spielzeit schoss Ionel Doswald einen Freistoss knapp übers Tor. Durchatmen bei den Schlieremer Fans. Und in der vierten Minute der Nachspielzeit kam Robin Küderli nochmals zu einer guten Chance für die Gäste, doch auch sein Freistoss verfehlte Vollenweiders Kasten knapp.

Dann war die Partie vorbei. «Die Erleichterung ist gross, sehr gross», sagte Davide Lopez. «Dieser Sieg war sehr wichtig.» Vor allem auch nach der 0:2-Niederlage gegen Srbija vor einer Woche. «Da haben wir unser schlechtestes Spiel in der Rückrunde gezeigt», so Lopez. Dieser Meinung schloss sich Ramadani an. «Gegen Srbija haben wir wirklich ganz schlecht gespielt», sagte er. «Deshalb wollten wir heute eine Reaktion zeigen, und das ist uns gelungen.»

Moral getankt

Aus dem Schneider sind die Schlieremer mit ihrem Sieg aber noch nicht. Sie haben sich im Abstiegskampf zwar etwas Luft verschafft und sind auf Kosten von Seefeld und dem spielfreien Srbija auf Rang 10 vorgerückt. Doch nach Verlustpunkten sind die Limmattaler nach wie vor auf einem Abstiegsplatz. «Wir müssen noch arbeiten und die restlichen beiden Spiele gegen Wädenswil und Affoltern unbedingt gewinnen», sagte Ramadani.
Dass die Limmattaler das schaffen werden, daran hegt er keinen Zweifel: «Ich bin überzeugt, dass wir am Ende oben bleiben werden.» Und auch Lopez zeigte sich zuversichtlich. «Wir haben heute gegen Seefeld viel Moral tanken können.»

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