Es hämmert mal wieder gewaltig in den Büros der Limmattaler Zeitung. Als gelte es, das 1. Klavierkonzert von Busoni zu geben – jenes irrwitzig-virtuose, kolossale – als gelte es, jene tonnenschweren Noten mit Passion in die Tasten zu meisseln, sich vom spätromantischen Begleitorchester nicht übertönen zu lassen: So mächtig poltert, donnert, scheppert es gerade. Dass mein Nachbar dabei nicht einen Steinway-Flügel, sondern seine Tastatur bearbeitet, mindert etwas das akustische Vergnügen.

Zwar sausen sie aus so luftigen Höhen nicht hinab, diese furorbegabten Finger, krümmen sich eher in Horowitz-Manier der Tastatur entlang – und treffen trotzdem auf wie Meteoritenschauer. Dass da nicht bisweilen etwas abspringt, sich funkensprühend löst und durch den Raum gespickt wird: Man muss es ein Wunder nennen! Während ich diese Kolumne pianissimo schreibe, vergleichsweise liebevoll in die Tasten streichle, stellt sich immer wieder der Reflex ein, in Deckung zu gehen, dem Donner zu entfliehen, der herüberschallt.

Vergeblich, es gibt kein Entrinnen! Das Fenster ist versperrt, den Ausgang blockiert die Chefredaktorin. So bleibt mir nur noch, selbst in die Offensive zu gehen. Langsam, aber sicher entzünden sich meine Finger, steigern das Klappern zu einem Poltern, erhöhen verblüffend den Schalldruckpegel. Gewaltig schliesslich klappere auch ich. Ob es was wird mit dieser Kolumne? Ich kann es nicht sagen. Kann ob der nun auch links und rechts und allüberall anschwellenden Fortissimi fast gar nichts mehr sagen. Aber man bemüht sich, müht sich ab in diesen Räumen. Das, würde ich sagen, ist unüberhörbar.