Limmattal

Höhere Parkgebühren im Shoppi Tivoli: Bringt das dem Dietiker Zentrum mehr Kunden?

Von hohen Parkgebühren in Spreitenbach wird Dietikon kaum profitieren. Aber es ist eine attraktive Erneuerung des Dietiker Löwenzentrums geplant.

Von hohen Parkgebühren in Spreitenbach wird Dietikon kaum profitieren. Aber es ist eine attraktive Erneuerung des Dietiker Löwenzentrums geplant.

Die Parkgebühren im Shoppi Tivoli sorgen für Ärger. Sabine Billeter von der Dietiker Zentrumsvereinigung sagt, ob das zusätzliche Kunden in die Dietiker Läden bringen wird.

Vergangenen Mittwoch haben sich das Spreitenbacher Shoppi Tivoli und der Verkehrsclub Aargau (VCS) nach jahrelangem Rechtsstreit geeinigt. Mit dem Kompromisses ist nun das Bauprojekt mit einer Limmattalbahn-Haltestelle, zwei Hochhäusern mit über 400 Wohnungen und einem Obi-Baumarkt einen wichtigen Schritt weiter. Im Gegenzug mussten die Betreiber des Shoppi aber den Umweltschutz-Forderungen der VCS entgegenkommen.

Konkret heisst das, dass es im Shoppi statt der geplanten 4200 Parkplätze nur noch 3900 Parkplätze geben wird. Zudem werden diese neu alle gebührenpflichtig sein. Mit dieser Auflage hat der VCS einen sensiblen Nerv getroffen, denn rund 86 Prozent der Shoppi-Besucher sind Automobilisten. Für diese wird der Parkplatz ab 2023 von der ersten Minute an zwei Franken kosten. Bisher waren die ersten 45 Minuten gratis.

Der Sturm wird sich legen

«Selbstverständlich wird das die Leute anfänglich verärgern», sagt Sabine Billeter von der Vereinigung Zentrum Dietikon. Doch der Sturm der Entrüstung werde sich mit der Zeit wieder legen. Das Ganze erinnert Billeter an die Situation, als im Parkhaus am Dietiker Kirchplatz Parkgebühren eingeführt wurden. Auch damals seien die Leute anfangs sauer gewesen. «Doch diese Woche sah ich beispielsweise, wie genau einer der wütendsten Parkgebühr-Gegner sein Auto in die Parkgarage fuhr», sagt sie.

Billeter vermutet, dass im Falle des Shoppi die erbosten Leute anfangs einen anderen Einkaufsort suchen werden. Doch jene, die im Shoppi einkaufen und alles unter einem Dach suchen, werden wiederkommen. Sie selbst findet die Parkgebühr nicht überrissen: «Zwei Franken sind viel. Doch im Hinblick darauf, dass die Limmattalbahn bald bis vor das Shoppi fährt, sollte dieser Preis tolerierbar sein.»

Billeter geht nicht davon aus, dass die Parkgebühr im Shoppi mehr Kunden ins Dietiker Zentrum bringen wird. Doch sie hofft, dass nach dem Bau der Limmattalbahn das Zentrum Dietikons attraktiver wird. Denn momentan nagen typische Detailhandelsprobleme an den Dietiker Läden.

«Der Online-Handel, Generationenwechsel und künftig die Baustelle im Zentrum, das alles belastet das Geschäft», sagt Billeter. Doch eine Auffrischung sei bereits in Aussicht: So soll dereinst das Löwenzentrum erneuert werden. So wird sich das Begegnungszentrum Dietikon hoffentlich in vielerlei Hinsicht verändern.

«Co-Working-Spaces, Online-Handel mit dazugehörigen Ausstellungsräumen oder Kunsthandwerk wird vermutlich noch mehr Platz einnehmen», sagt Billeter. Mit dem Frühlings- und Herbstmarkt sowie dem Frischmarkt auf dem Kirchplatz hat der Verein Zentrum Dietikon bereits einen Grundstein dazu gelegt.

Das Ziel vieler Marktverkäufer am Frühlings- und Herbstmarkt sei in diesem Fall nicht in erster Linie, ein lukratives Geschäft zu machen, sondern in Kontakt mit der Bevölkerung zu kommen. «Für viele ist der Markt auch eine Art Visitenkarte. Ein Ort, an dem sie gesehen werden und sich austauschen können», sagt Billeter.

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