Schnapszahl
Hochzeitspaare lassen Schnapszahl-Datum aus

Am 11.11.2011 ist nicht nur Fasnachtsbeginn, sondern eigentlich auch der perfekte Tag fürs Heiraten. Doch das Standesamt Dietikon muss Heiratswillige suchen.

Katja Landolt
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Solothurner Zeitung

«Heiraten am 11.11.11 – ein unvergessliches Hochzeitsdatum». So wirbt das Zivilstandsamt Dietikon online für das Heiraten im Stadthaus Dietikon oder im Schlössli Weiningen. Werbung für einen Hochzeits-Termin an einem Schnapszahl-Datum, das auf einen Freitag fällt? Und ein Termin, der bei allen eingefleischten Fasnächtlern die Herzen sowieso schon höher schlagen lässt – rennen da die Paare den Ämtern nicht automatisch die Türen ein?

Seit dem 11. Mai nimmt das Zivilstandsamt, das für den gesamten Bezirk und die Gemeinde Bergdietikon zuständig ist, Terminreservationen für den 11. November an. «Wir haben noch einige Termine frei», sagt Zivilstandsbeamtin Miriam Huber. Für Dietikon sind erst vier Trauungen reserviert, für Weiningen noch keine. Huber: «Die vier Paare, die ihre Termine bereits reserviert haben, standen schon am Morgen des 11. Mai bei uns vor der Türe.» Theoretisch hätte das Zivilstandsamt Kapazität für insgesamt 18 Zeremonien.

Schnapszahlmüde Paare?

Auf dem Zivilstandsamt Dietikon ist man überrascht und fragt sich, weshalb die Reservationen auf sich warten lassen. Doch worin die Gründe für das zurückhaltende Interesse liegen, kann Huber nur vermuten. «Vielleicht ist es im November schon etwas zu kalt.» Oder sind die Heiratswilligen gar schnapszahlmüde? «Am 7.7.2007, 8.8.2008 und 9.9.2009 war der Run auf die Termine jeweils so gross, dass die Leute jetzt vielleicht etwas abgeschreckt sind», sagt Huber. Deshalb werde das Datum jetzt auch offensiv beworben. «Es kann natürlich auch sein, dass die Leute das Gefühl haben, die Termine seien sowieso schon alle weg, und sich nicht trauen, bei uns nachzufragen.»

«Einmaliges Datum»

Prädestiniert ist der 11.11.2011 nicht nur für Abergläubige und Menschen, die sich mit dem Merken von Daten schwer tun, sondern insbesondere auch für das närrische Volk – der 11. November ist der Tag des Fasnachtsbeginns. «Wir haben auch mit heiratswilligen Fasnächtlern gerechnet», sagt Huber. Doch auch hier scheint sich die Begeisterung noch in Grenzen zu halten. «Ich habe bisher noch gar nicht daran gedacht, dass sich der Fasnachtsbeginn dieses Jahr als Hochzeitsdatum so anbietet», sagt beispielsweise Doris Grob, Präsidentin der Clique Schäflibach Urdorf. «Aber es wäre eine super Idee, an diesem Tag zu heiraten.» Von einem freudigen Ereignis in den eigenen Reihen habe sie bislang aber noch keine Kenntnis.

Ähnlich tönt es bei Adrian Herzig, Präsident der Guggenmusik «Flüüge-Tätscher» aus Birmensdorf: «Bei unseren Mitgliedern ist derzeit keine Trauung auf den 11.11.11 in Planung, obwohl das Datum für Fasnächtler tatsächlich einmalig wäre.»

«Wir sind bereit»

Miriam Huber vom Zivilstandsamt hofft jetzt auf Kurzentschlossene: «Vielleicht findet sich noch das eine oder andere Paar, das spontan am 11.11.11 heiraten will. Wir sind jedenfalls bereit und nehmen Reservationen gerne entgegen.»