Limmattal
Hitzerekord: Freibäder müssen viel Frischwasser pumpen

Die Bademeister müssen bei diesen heissen Temperaturen dafür schauen, dass das Badewasser nicht zu warm wird. Dies geschieht hauptsächlich durch die Zugabe von Frischwasser.

Dominic Kobelt
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Bruno Fahrni zeigt im Schwimmbad Weihermatt Urdorf die Anlage, die für Temperatur und Chemiegehalt des Wassers verantwortlich ist.

Bruno Fahrni zeigt im Schwimmbad Weihermatt Urdorf die Anlage, die für Temperatur und Chemiegehalt des Wassers verantwortlich ist.

ksc

Endlich ist er da, der Sommer. Das freut besonders die Freibäder. Die warmen Temperaturen treiben die Leute ins Wasser. Obwohl sich das Wasser langsamer erwärmt als die Luft, sind die Wassertemperaturen in den Limmattaler Freibädern bereits auf etwa 25 Grad angestiegen. Was, wenn die Wassertemperatur noch weiter steigt?
Algen reinigen das Wasser
Eine besondere Situation hat die Bio-Badi «Im Moos» in Schlieren. Bei den momentanen Wassertemperaturen, die sich zwischen 24,5 Grad am Morgen und 26 Grad am Abend bewegen, bilden sich vereinzelt Algen. «Das ist nicht weiter schlimm», sagt Betriebsleiter Arthur Vögeli. «Manche Leute sehen das zwar nicht so gerne, wenn das Wasser etwas grünlicher ist, es wird aber durch die Algen gereinigt», sagt er. Das trage zu einer guten Wasserqualität bei. «Unser Wasser wird wöchentlich kontrolliert und ist qualitativ immer gut bis sehr gut.»
Auch in der Badi «Zwischen den Hölzern» in Oberengstringen bewegt sich die Wassertemperatur um die 25 Grad. Hermann Schumacher ist Abteilungsleiter Badeanlagen im Sportamt Stadt Zürich und hat damit die Aufsicht über die städtischen Badeanlagen, zu denen auch Oberengstringen gehört. «Wir schauen, dass die Wassertemperatur nicht über 28 Grad steigt, das wäre nicht gut. Das Wasser soll ja auch kühlen», sagt Schumacher. Im Moment seien die Freibäder aber nicht gefährdet: «Wenn die Tagestemperaturen über längere Zeit sehr hoch sind, und tropische Nächte verhindern, dass das Wasser abkühlen kann, dann könnte das passieren», sagt Schumacher. Ein einfacher Mechanismus sorgt aber dafür, dass sich das Badewasser nicht so schnell erhitzt: «Je wärmer das Wetter, desto mehr Badegäste kommen in die Freibäder. Das bedeutet gleichzeitig, dass mehr Frischwasser zugegeben werden muss. Das Frischwasser ist kalt und drückt damit die Wassertemperatur wieder hinunter.» Es gebe Empfehlungen vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein, wie viel Frischwasser pro Badegast zugegeben werden soll, so Schumacher.
Das Wasser befindet sich in einem permanenten Kreislauf, es wird gefiltert und ein Teil fliesst in die Kanalisation, neues Wasser kommt dazu. «In die Planschbecken gibt man mehr Frischwasser zu - weil sie kleiner sind, erwärmen sie sich schneller», sagt Schumacher.
Quellwasser ist kühler
Im Schwimmbad Weihermatt in Urdorf wird momentan rund um die Uhr Quellwasser zugepumpt. «Das Quellwasser ist 11 Grad und damit kühler, als das normale Leitungswasser, das etwa 14 Grad warm ist», sagt Bademeister Bruno Fahrni. Algen seien eher bei schlechtem Wetter ein Problem. Momentan brauche man aber mehr Chemie als sonst. Eine Anlage kontrolliert Wassertemperatur und Chemikalien.
Auch in der Badi Birmensdorf läuft die Frischwasserzufuhr auf voller Auslastung: «Wir pumpen rein, was wir können, mehr ist nicht möglich», sagt Bademeister Marcel Alfa. «Bei so vielen Badegästen müssen wir das ohnehin. Und es ist so einfacher, die Wasserqualität zu kontrollieren.»
Im Freibad Fondli in Dietikon hat man noch Kapazitäten: «Wir kühlen das Wasser durch Frischwasserspringbrunnen. Sie laufen aber noch nicht auf voller Auslastung», sagt Bademeister Markus Bättig.