«Für uns ist die Skiliftsaison vorbei, der Lift wird dieser Tage abgebaut», sagt Armin Strässle, Leiter Jugend und Freizeit der Stadt Dietikon. Dass für den Betrieb des Skilifts den ganzen Winter über zu wenig Schnee lag, kam zuletzt im Jahr 2008 vor. Der vergangene Winter war historisch warm.

Auch am letzten Wochenende war das Wetter im Limmattal schön und mild, und es bleibt voraussichtlich so. In der Folge sind vielerorts neben den Frühlingsboten Krokus und Schneeglöckchen schon die ersten Knospen an Bäumen und Sträuchern zu sehen. «Die Steinobstbäume treiben sicher zehn Tage bis zwei Wochen früher aus als letztes Jahr», sagt Landwirt Kurt Bräm aus Dietikon. Für ihn wäre es schwierig, wenn es noch einmal richtig kalt würde. Denn fallen die Temperaturen unter minus 2 Grad, erfrieren die Blüten an seinen Obstbäumen. «Wir Landwirte haben es nicht gerne, wenn es früher warm wird. Das ist immer ein Risiko», sagt Bräm.

Aber er hoffe einfach, dass es keinen Bodenfrost mehr gebe. Zudem habe er auch nicht den Eindruck, dass es noch einmal kalt werde. «Meine Kühe und Pferde haaren schon extrem, und das machen sie nur, wenn es warm genug ist», sagt er. Auch andere Tiere spüren den nahenden Frühling: Bräm hat schon die ersten Mückenschwärme gesichtet und auch seine 15 Bienenvölker schwärmen bereits zu Säuberungsflügen aus.

Früher als sonst auf den Beinen

Ebenfalls früh aus dem Winterschlaf erwacht sind die Frösche und Kröten. In Geroldswil helfen Freiwillige mit, die Frösche und Kröten sicher zu den Fortpflanzungsgewässern zu bringen. Eine der Helferinnen sagt, die Frösche seien deutlich früher unterwegs als letztes Jahr. Zudem habe sie beim Kontrollgang den Eindruck gehabt, die Nächte seien doch noch ein wenig zu kalt für die Frösche, obwohl die Tage ja schon sehr warm seien.

Im Teich angelangt, hätten sich die Tiere auch gleich wieder im Schlamm vergraben, mit der Winterruhe sei es also noch nicht ganz vorbei. Verhungern müssen die Tiere aber nicht: Da die Insekten dieses Jahr auch früher als sonst unterwegs sind, finden sie auf jeden Fall genug zu fressen.

Auch der Werkhof der Stadt Dietikon hat sich dieses Jahr früher als sonst an wichtige Arbeiten gemacht. Dank des warmen Wetters konnten die Mitarbeiter einige Vorarbeiten vorziehen, die bei Schnee noch hätten warten müssen. Bereits konnte das Team einige Waldwege unterhalten, und im Gartenbau mussten diverse Winterarbeiten gar umdisponiert werden, weil durch die warmen Temperaturen Blumen und Gebüsche viel früher spriessen als sonst. «Wir halten aber alle Geräte bereit für den Fall, dass es doch noch Schnee gibt», sagt Roger Meyer vom Dietiker Werkhof.

Die Einzigen, die sich nicht so recht über den frühen Einzug des Frühlings freuen können, sind wohl die Allergiker: Ihnen bereiten die Blütenpollen früher als sonst Probleme. Die City-Apotheke in Dietikon verkauft laut Geschäftsführerin Alexandra Poisel deshalb deutlich mehr Antiallergika als sonst um diese Jahreszeit.