Trotz nasskaltem Wetter wollten zahlreiche Dietiker Zeugen der diesjährigen Hirsebreifahrt sein. «Dabei zu sein ist ein Muss, immerhin findet das Spektakel nur alle zehn Jahre statt», sagt einer der Zuschauer, der gestern um 14 Uhr die Ankunft der vier Holzschiffe des Limmat-Clubs Zürich beim Kraftwerk Dietikon bestaunte. Anders als bei der ersten Fahrt im Jahr 1456, als die Zürcher einen Topf Hirsebrei mitführten, der bei der Ankunft in Strassburg nach 20-stündiger Reise immer noch warm war, wird der Brei heute nicht mehr mit den Schiffen, sondern auf dem Landweg transportiert. Mit leeren Händen kam die Delegation, bestehend aus Mitgliedern des Zürcher Stadtrats mit Stadtpräsidentin Corine Mauch, des Limmat-Clubs Zürich, der Zunft zu Schiffleuten, der Zürcher Stadtmusik, der Schützengesellschaft der Stadt Zürich und des Zürcher Bogenschützenvereins dennoch nicht in Dietikon an. Bei der Durchfahrt unter der Gasibrücke wurden sie vom Oberengstringer Gemeinderat mit dorfeigenem Rotwein eingedeckt.

Eines der Schiffe wird auf die andere Seite des Kraftwerks Dietikon gezogen.

Eines der Schiffe wird auf die andere Seite des Kraftwerks Dietikon gezogen.

Bevor die Delegation um 14.45 pünktlich wieder in die Schiffe stieg, durfte sie sich beim Hirsotto-Essen kurz stärken. Sämtliche Schiffreisende trugen Kostüme oder Uniformen, selbst die Delegation der Zürcher Stadtregierung hatte sich in spätmittelalterliche Schale geworfen. «An der letzten Hirsebreifahrt vor zehn Jahren hat nur der damalige Zürcher Stadtpräsident teilgenommen», sagte Corine Mauch. Die Tatsache, dass dieses Jahr fast alle Stadträte mitkommen wollten, habe die Stadtverwaltung vor organisatorische Herausforderungen gestellt. Mit Bäuchen voller Hirse ging es weiter Richtung Baden, der letzten Tagesstation. Die Ankunft in Strassburg ist für den 16. Juli geplant. (fdu)

Die Schiffe legen in Richtung Baden ab.

Die Schiffe legen in Richtung Baden ab.

Cards: Hirsebreifahrt