Es ist keine schöne Szene, die der «Beobachter» in seinem Artikel über den Tod eines Patienten im Spital Limmattal schildert. Demnach soll ein bereits schwer kranker 73-Jähriger, der letztes Jahr wegen einer Verschlechterung seines Zustands ins Spital eingeliefert wurde und gemäss seiner Patientenverfügung keine Reanimation wünschte, unnötige Schmerzen erlitten haben. Dies, weil sein eingepflanzter Herzdefibrillator ihm in der Sterbephase immer wieder Elektroschocks versetzte. Ihm sei Blut aus Mund, Nase und Augen gelaufen, erzählt seine Tochter dem Magazin, es sei «schlimmer als in einem Horrorfilm» gewesen. Als die Familie darauf die Klingel betätigte, habe niemand reagiert.

Als die Familie zuvor darüber informiert wurde, dass der Patient in den nächsten Stunden sterben werde, habe die zuständige Ärztin die Frage der Familie, ob man den Defibrillator ausschalten könne, verneint. Nach dem Tod des Vaters habe die Ärztin die Tochter zudem lediglich mit den Worten «Sterben ist nie schön» vertröstet.

Entschuldigungsbrief vom Spital

Die Tochter konnte das nicht akzeptieren und erkundigte sich beim Zürcher Unispital, wo der Defibrillator dem Vater eingesetzt wurde, ob man das Gerät nicht hätte ausschalten können. Die Antwort: «Natürlich» – man hätte dafür nur mit einem speziellen Magnet über die Haut fahren müssen. Die Tochter habe darauf die Verantwortlichen konfrontiert. Nachdem auch diese zuerst nochmals darauf hinwiesen, dass es immer schlimm sei, einen Tod mitanzusehen, versprachen sie, die Sache abzuklären.

Im Dezember habe die Tochter dann einen Entschuldigungsbrief vom Spital erhalten: «Leider haben wir es verpasst, das Vorgehen bezüglich des Defibrillators mit Ihrem Vater zu besprechen. Wir entschuldigen uns in aller Form für unser Versäumnis», zitiert der Beobachter daraus.

Auf Anfrage der Limmattaler Zeitung kann «Limmi»-Sprecherin Martina Wagner den vorliegenden Fall nicht kommentieren. Das Spital sei «gesetzlich dazu verpflichtet, den Datenschutz der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten». Aufgrund von Schweigepflicht und Datenschutz dürfe sie keine Auskünfte oder Stellungnahmen zu Einzelfällen abgeben. Das Spital bedauere aber, wenn «Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen nicht mit voller Zufriedenheit auf den Spitalaufenthalt zurückblicken können oder sich mit Beeinträchtigungen konfrontiert sehen», teilt Wagner mit. Beschwerden nehme das «Limmi» grundsätzlich «sehr ernst» und kläre diese sorgfältig ab. Persönliche Gespräche mit den Beteiligten seien zudem im vorliegenden Fall erfolgt.

«Fortlaufende Optimierungen»

Fälle, in denen sich ein Patient mit einem implantierbaren Cardioverter Defibrillator (ICD) in der Sterbephase befindet, kämen im Spital Limmattal nicht häufig vor, erklärt Wagner. In diesen Fällen werde eine Kardiologin oder ein Kardiologe beigezogen, da für die Deaktivierung eines solchen Defibrillators «spezifisches Wissen Voraussetzung» sei. Das Spital sei zudem «immer bemüht», den Patienten «die grösstmögliche Sicherheit zu bieten». Dafür nehme man «fortlaufend Optimierungen» vor.