Dietikon

Hilfe aus dem Internet: Sicherheit rückt in den Fokus

In der Schweiz wird eine Online-Therapie nicht von der Krankenkasse anerkannt.

In der Schweiz wird eine Online-Therapie nicht von der Krankenkasse anerkannt.

Angebote für psychologische Dienstleistungen via E-Mail und Skype gibt es viele. Ein Dietiker bietet diese nun aber mit höchstmöglicher Datenschutzsicherheit an.

Hat jemand ein Problem in irgendeiner Lebenslage und kann dieses nicht selber bewältigen, dann ist es naheliegend, die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch zu nehmen. Während dies früher oft mit einem Besuch eines Psychologen und einer Therapie auf der «Couch» vonstatten ging, gibt es heute auch viele Online-Angebote. Eines der Neusten stammt vom Startup-Unternehmen Consx. Laut dem Dietiker Gründer Karl Gemperle unterscheidet sich seine Firma von anderen Anbietern durch die grosse Datensicherheit in der Beratung.

Therapien über das Internet sind nichts Neues. Im englisch- und deutschsprachigen Raum würde diese Form der Gesprächstherapie bereits rege genutzt, sagt Herbert Kubat. Laut eigenen Angaben startete der Berner Psychotherapeut die erste Internet-Plattform der Schweiz, wo Psychologen ihre Dienste via Mail, Chat, Telefon oder Skype anbieten — dies war im Jahr 2009. Heute fällt seine Bilanz durchzogen aus: «Es gibt Monate, in denen fast niemand unser Angebot in Anspruch nimmt und dann haben wir wieder Wochen, in denen uns mehrere Anfragen erreichen.» Dass das Angebot in der Schweiz nicht auf allzu grossen Anklang stösst, schreibt Kubat einerseits der grossen Therapeutendichte, andererseits der Engräumigkeit zu. «Wenn der Weg zu einem Psychologen weit ist, dann ist der Patient eher gewillt, via Rechner Hilfe in Anspruch zu nehmen», sagt er. Erschwerend kommt hinzu, dass Schweizer Krankenkassen nicht für Online-Therapien aufkommen. Dies obwohl ein kürzlich veröffentlichter Fachartikel im Magazin «PMS» der Stiftung Pro Mente Sana, die sich für die Rechte psychisch beeinträchtigter Menschen einsetzt, zutage brachte, dass Psychotherapien über das Internet vergleichbare Resultate wie herkömmliche, persönliche Therapien erreichen.

Skype und E-Mail sind sehr anfällig

Diese Ergebnisse beflügeln Karl Gemperle. Seit Herbst bieten er und seine drei Partner — eine Laufbahnberaterin, ein Psychologe und eine Pädagogin, ihre Dienste an. Der 63-jährige Gemperle liess sich vor drei Jahren frühpensionieren, war davor Informatiker bei einer Grossbank. Neben einem guten psychologischen Angebot, will Gemperle auch den höchstmöglichen Stand an Sicherheit bieten. Diese werde durch einen eigenen Server und eine eigene Software garantiert. «Haben sich die Klienten bei uns eingeloggt, bieten wir neben Chat-Sitzungen auch Mail- und Video-Unterhaltungen», so Gemperle. Gespräche via Skype, Telefon oder E-Mail seien derweil sehr anfällig auf Angriffe aus dem Internet. «Da teilweise sehr persönliche Themen besprochen werden, ist es unabdingbar, dass wir dem Austausch ein grosses Mass an Sicherheit widmen.» Denn, das Thema der Datensicherheit habe in den letzten Jahren in der Gesellschaft an Bedeutung gewonnen. Die Menschen seien sich bewusst, dass ihre Daten im Internet geschützt werden müssten. So können die Klienten den hauseigenen Server von Consx und den passwortgeschützten Nutzerbereich nutzen, ohne dafür eine Software installieren zu müssen oder Programme von Drittanbietern in Anspruch zu nehmen.

Auch Herbert Kubat bietet Seine Sitzungen über einen eigenen Server an. Dies beinhaltet jedoch ausschliesslich Mailverkehr. Über Telefon- oder den Videotelefonie-Dienst Skype kann man ihn jedoch auch erreichen. Kubat ist sich bewusst, dass diese beiden Kommunikationswege weniger sicher sind: «Wir informieren unsere Kunden über allfällige Sicherheitsrisiken.» Man müsse jedoch wissen, dass das Hacken von Skype oder einer herkömmlichen Telefonleitung etwas sei, das nur hoch spezialisierten Personen oder Unternehmen gelinge.

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