Kloster Fahr

Hildegard von Bingen lädt im Kloster Fahr zu Tisch

Bei wunderbarem Sonnenschein fand die Einweihung des erweiterten Gartenrestaurants statt. zvg

Bei wunderbarem Sonnenschein fand die Einweihung des erweiterten Gartenrestaurants statt. zvg

Der am Montag eröffnete «Hilde-Garten» lockt als neue Erholungslokalität. Benannt ist er nach Hildegard von Bingen, der berühmten Benediktinerin aus dem elften Jahrhundert.

Sichtlich stolz und zufrieden begrüsste am letzten Montag Priorin Irene zusammen mit Fabian Meyer, Projektleiter des im Kloster ansässigen Vereins Naturnetz, die Anwesenden zur Einweihung des «Hilde-Garten» im Kloster Fahr. Wer einen Ausflug in die Gegend des Klosters plant, kann diesen ab sofort auch mit einer Rast im neu eröffneten Gartenrestaurant an der Ostseite des Restaurants «Zu den zwei Raben» kombinieren. «Bereits im Jahre 1926 fungierte dieser Ort als barocker Garten mit angepflanzten Kräutern und verschiedenem Gemüse», berichtet Priorin Irene. So sei, wie sie anfügt, bei der Konzeption und Gestaltung des Gartens ein zentraler Faktor die Vermischung von traditionellen mit neuen Elementen gewesen.

Nicht nur visueller Mehrwert

Zusammen mit den Zivildienstleistenden des Vereins Naturnetz – einer gemeinnützigen Naturschutzorganisation – wurde innerhalb von vier Wochen aus einem, wie Fabian Meyer erzählt, unattraktiven Weideplatz ein Gartenrestaurant mit einem ökologischen Mehrwert erstellt. Zudem erklärt er: «Idee war es, den Ort visuell zu verschönern und gleichzeitig auch neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu generieren.» Die angelegte Trockenmauer beispielsweise ist dank ihren Nischen, Ritzen und Spalten ein idealer Ort für kleine Farne oder Blütenpflanzen. Auch Blindschleichen und Zauneidechsen werden sich in den aufgeschichteten Steinen zukünftig verkriechen können.

Kräutergarten und Pfingstrosen

Wie Meyer erläutert, wurde der «Hilde-Garten» so angelegt, dass in den einzelnen Räumen die Zweier- beziehungsweise Vierertische je nach Bedarf arrangiert werden können. «Auf diese Weise können die Restaurantbetreiber den Raum grosszügig und dynamisch nutzen. Auch die Gäste werden sich hoffentlich bestens erholen können» sagt er. Wunderschön entfalten wird sich bestimmt auch die neu angepflanzte Kräuterfläche in der Mitte des Platzes. Hier entdeckt man neben allerlei Küchenkräutern wie Thymian, Basilikum oder Salbei auch gesäte Pfingstrosen, die in historischer Zeit bereits schon einmal hier zu finden waren. Diesen Aspekt betont Fabian Meyer nachdrücklich: «Der historische Ort soll als Inspirationsquelle bei der Bepflanzung des ‹Hilde-Garten› dienen.» Auf der offenen Seite des Gartenplatzes ist zum Beispiel bereits ein Zaun angelegt, der wie die Klostermauer zukünftig von Wildrosen umsäumt werden soll.

Name nach Hildegard von Bingen

Bevor Priorin Irene das Gartenrestaurant mit einer Segnung einweiht, erzählt sie, wie es zu der Namensgebung kam: «Das Kloster Fahr besitzt die Tradition, sämtliche Räumlichkeiten mit einem Namen zu versehen.» Mit Hildegard von Bingen, der berühmten Benediktinerin aus dem elften Jahrhundert, hat man eine schöne Verbindung zwischen dem Garten und dem Kloster gefunden. Neben ihrem Wirken als Äbtissin und Mystikerin hat die Benediktinerin nämlich auch Werke zu den verschiedensten Heilpflanzen verfasst. Mit einem Schmunzeln gesteht Priorin Irene: «Die Wortschöpfung ‹Hilde-Garten› ist leider nicht von uns konzipiert: Sie geht auf historische Zeiten zurück, als die Frauen aus dem Dorf jeweils gemeinsam einen Kräutergarten – meist in der Nähe der Kirche – bearbeiteten und diesen nach der Heiligen Hildegard benannten.»

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