Niemand lässt sich an diesem Nachmittag in die Karten schauen. Um Punkt zwei Uhr sitzen die sechzehn Seniorinnen und Senioren an vier Tischen verteilt. Mit Karten und Getränk ausgerüstet eröffnen sie die wöchentlichen Spiele. Für die nächste Stunde wird gelegt, gezogen, geplaudert und gelacht.

Seit mehr als zehn Jahren kommt die Gruppe am Jass- und Spielnachmittag des Frauenvereins Schlieren jeweils am Montag im Stürmeierhuus zusammen. «Es ist wichtig, dass der Spielsaal für alle zugänglich ist», sagt die Leiterin Ruth Haunsperger. Das Stürmeierhuus sei ein geeigneter Ort, weil es dort einen Lift gebe und die Leute nicht die Treppe hochlaufen müssten. Schliesslich soll jeder kommen dürfen.

«Ohne den Spieltag würden einige einfach alleine zu Hause hocken», sagt Haunsperger. Jetzt komme man raus, unternehme etwas miteinander und habe dabei Spass. «Das Spielen ist ein Training für den Geist und das Gehirn», sagt die Leiterin. «Wenn eine Person bedrückt zu uns kommt, dann entspannt sie sich durch das Zusammensein und wird glücklich. Hier zu sein, ist wie eine Art Therapie.»