Waren Sie kürzlich im Winzerhaus in Weiningen? Oder in der Krone in Dietikon? Oder verbrachten Sie einen Abend in Zürich und speisten im Restaurant «Les Halles» unweit des Bahnhofs Hardbrücke?

In allen drei Fällen stammte der Kaffee oder Espresso nach dem Essen aus einer Limmattaler Rösterei. Bei den ersten beiden Restaurants von der Hemmi Kaffee AG, bei Letzterem aus dem Café Noir.

Zum grossen Einzugsgebiet des «Limmattaler Kaffees» trägt auch der Zuzug traditioneller Röstereien bei. So auch die im Jahr 1930 in Zürich gegründete Rösterei Hemmi. Die Produktionsstätte ist heute in einem ehemaligen Druckereigebäude in der Geroldswiler Industrie angesiedelt.

Auch das 2006 gegründete Café Noir an der Zürcher Neugasse im Kreis fünf verlagerte die Röstung ihres Kaffees vor einem Jahr ins Limmattal. Genauer in die Birmensdorfer Industrie. Neben dem eigenen Café, das noch immer an der Neugasse beheimatet ist, werden die Bohnenmischungen in einer Vielzahl von kleineren Betrieben verwendet.

So gehört das Café «Für dich» bei der Zürcher Bäckeranlage genauso zur Kundschaft wie die «Edis Weinstube» im Niederdorf oder das Seebad Enge.

Die Dietiker sind sichs gewohnt, dass Qualitätskaffee in nächster Nähe geröstet und verkauft wird. Seit 1895 ist die Kaffeerösterei Ferrari an der Bremgartenstrasse beheimatet und weiss eine grosse Gefolgschaft hinter seinen Produkten.

Die wohl prominentesten Fans dürften Ferdi Kübler, Victor Giacobbo und Mike Müller sein. Die beiden Letzteren bekannten sich gar mehrmals öffentlich zu ihrer Liebe für den Ferrari-Kaffee.

Auch die Rösterei Caffetino an der Schlieremer Bahnhofstrasse ist inzwischen eine Limmattaler Institution. Seit über 70 Jahren wird dort Kaffee geröstet, seit 1999 unter der Leitung von Jürg Scheller. Die mit Erdgas betriebene Trommel-Röstmaschine stammt aus dem Jahr 1956 und dürfte inzwischen selber Kult-Status erreicht haben.