Schlieren

Hier sind die Kinder gefragt – sie dürfen den Spielplatz mitgestalten

Ganz unter dem Motto «Kinder wissen, was sie wollen» fand am vergangenen Samstag der Spielplatznachmittag auf der Schlierener Schärerwiese statt. Der Anlass diente dazu, Ideen von Eltern und Kindern für die Sanierung der Spielplätze in Schlieren aufzunehmen.

Kinder wissen genau, was sie wollen. Manchmal müssen Erwachsene nur gut hinhören. Gemäss diesem Motto verlief am Samstag der Spielplatznachmittag auf der Schlieremer Schärerwiese. Organisiert wurde er von Roger Gerber, Abteilungsleiter Werke, Versorgung und Anlagen. «Ein Spielplatz kann man mit Mitarbeit und Expertise von Kindern bauen. Wir Erwachsene sind heute Hilfsarbeiter und die Kinder Ideengeber», sagte Gerber.

Am Anlass nahm die Stadt Wünsche von Eltern und Kindern auf, um Anregungen für die Sanierung der Spielplätze in Schlieren aufzunehmen, insbesondere solche für die Neugestaltung des Spielplatzes auf der Schärerwiese, deren Umbau als Nächstes ansteht und mit rund 200 000 Franken budgetiert ist.

Schlieren unterhält derzeit zehn öffentliche Spielplätze. Vier davon sollen geschlossen und fünf saniert werden. Mit dem Partizipationsverfahren, bei dem die Bevölkerung an einem Spielplatznachmittag ihre Bedürfnisse äussern konnte, hatte die Stadt schon bei der Sanierung des Spielplatzes Schönenwerd gute Erfahrungen gemacht.

Rutsche aus Karton

Diese Erfolgsgeschichte soll fortgesetzt werden. «Wie wäre es mit einer Rutsche am Hang?», fragte Konrad Süsskow, der vor Ort als Helfer aus der Zivilgesellschaft da war. Die Idee kam bei den Kleinsten an und die Mitarbeiter der Grünabteilung sowie des Abfuhrwesens zauberten im Nu eine Rutschröhre aus riesigen Kartonschachteln und Kartonröhren hin, die die Organisatoren zur Veranschaulichung extra mitgenommen hatten. Ein paar Meter weiter regten die Kinder an, einen Kletterturm aus einer Kartonröhre zu bauen, indem man Luken zum Klettern hineinbohrte. Kaum waren sie angebracht, schauten Kinderfüsse aus den Luken und ein Dreikäsehoch blickte aus dem Turm hinaus.

Beim Modellbastelworkshop konnten die Kinder mit kleinen Modellen gross fantasieren. Die 8-jährige Ariadna Alonzo gab sich schon erwachsen, indem sie sagte: «Es braucht viele Schaukeln, damit wir uns weniger streiten.» Die 10-jährige Charlotte Schmidlin fügte an: «Und mehr Schattenplätze, damit wir keinen Sonnenbrand bekommen». Der Workshop wurde von Marikita Gschwend geleitet. Als Vertreterin des Gemeinwesens des Bezirks Dietikon setzt sie sich für familienfreundliche Strukturen ein. «Rutschbahnen in allen Variationen, Baumhäuser und Wasser sind die beliebtesten Spielelemente», sagte sie.

Spielorte an der Limmat

Beim Erwachsenenworkshop befragten Stadtingenieur Hans-Ueli Hohl und Stadtplanerin Barbara Meyer die Eltern: «Wo wird überall gespielt? Wie zufrieden ist man mit den Spielorten? Welcher Spielplatztyp ist gefragt?» Bei generationengerechten Spielplätzen gebe es gar Fitnessgeräte für Grosseltern, erklärten sie. «Eltern kleinerer Kinder bevorzugen klassische Kinderspielplätze und Eltern älterer Kinder naturnahere, offenere Spielmöglichkeiten», sagte die Stadtplanerin.

Von vielen Seiten wurde auch angeregt, Spielorte an der Limmat und im Wald zu realisieren, so Meyer. Das Engagement aus der Bevölkerung zeige, dass der Spielplatznachmittag ankomme, sagte der ebenfalls anwesende Stadtrat Stefano Kunz (CVP) und meinte weiter: «Die positiven Rückmeldungen zum Spielplatz Schönenwerd sind ein Zeichen, dass die Entwicklungsrichtung der Stadt stimmt.» Auch Organisator Roger Gerber war zufrieden: «Wir werden die Resultate auswerten und dem Parlament und dem Stadtrat einen Auswertungsbericht mit Empfehlungen abgeben.»

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