Der umgekippte Kran im Dietiker Gjuchquartier zieht viele Schaulustige an. Seit dem Vormittag wurde versucht, ein umgestürtztes Kranfahrzeug wieder aufzurichten. Kurz nach 16 Uhr war es dann so weit. Die Sache war keine einfache Übung. Die Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft sind vor Ort und untersuchen den Vorfall.

Ein lauter Knall liess die Nachbarschaft morgens um 7.30 Uhr an der Dietiker Gjuchstrasse aufhorchen. Als Neugierige der Sache auf den Grund gingen, bot sich ihnen ein spektakuläres Bild. Ein Kranlastwagen hing buchstäblich in der Luft. Beim Ausfahren des Auslegearms ist er umgekippt. Augenzeugen berichten, die Stütze des Gefährts sei im Boden eingesunken, der Lastwagen daraufhin zur Seite gekippt. Weil der Auslegearm schon ausgefahren war, drückte dieser den Vorderteil des Wagens in die Luft.

50 Tonnen sind nicht so leicht wieder auf die Räder zu stellen

50 Tonnen sind nicht so leicht auf die Beine zu bekommen

Markus Müller, Inhaber der betroffenen Dietiker Firma Müller Transporte, bestätigt den Unfallhergang. Sein Chauffeur habe den Kranwagen richtig gesichert. Leider habe der Untergrund nachgegeben, wodurch das Gefährt verrutscht, eine der vier Stützen gebrochen sei. Dem Chauffeur ist laut Müller nichts passiert, da er den Kran per Fernsteuerung bedient hat.

Dem Chauffeur – ein langjähriger Mitarbeiter mit Erfahrung – macht Müller keinen Vorwurf: "Er hat die Arbeit ausgeführt, wie man muss."

Dass der Lastwagen nicht ganz umgekippt ist, hängt mit der nahen Liegenschaft zusammen, die den Auslegearm aufgehalten hat. Die Liegenschaft ist unbewohnt, wird derzeit renoviert und der Kranlastwagen hätte Flüssigbeton auf die Baustelle pumpen sollen. Drei weitere Kranlastwagen sind derzeit dabei, das rund 50 Tonnen schwere Gefährt zu bergen.

Das Fahrzeug sollte laut Müller wieder einsetzbar sein, sein Augenschein hat keine nennenswerten Schäden gezeigt. Auf der auf dem Gefährt montierte Kran könnte wieder verwendet werden, dies muss allerdings erst noch übergeprüft werden. Ein solcher fünfachsiger Kranwagen kostet rund eine Million Franken.

Die Schäden am Vordach, der Hausfassade und am Baugerüst sind gemäss Müller ein Fall für die Versicherung.

Die Kantonspolizei Zürich schätzt den Schaden an Fahrzeug und Gebäude auf "mehrere Hunderttausend Franken", wie Sprecherin Carmen Surber auf Anfrage erklärt. Die Polizei untersucht den Unfallhergang und eine allfällige Schuldfrage.