WM 2018
Hier gibts bald Sehnsucht und Emotion: Das sind die WM-Public-Viewings im Limmattal

Wo und wie man in Dietikon, Schlieren, Urdorf und Weiningen bei Public Viewings die Fussball-WM schauen kann. Eine Übersicht.

Leo Eiholzer
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Roger Zeindler bereitet das Kirchplatz-Public-Viewing vor Das Zelt im Hintergrund haben seine Helfer und er schon aufgebaut.

Roger Zeindler bereitet das Kirchplatz-Public-Viewing vor Das Zelt im Hintergrund haben seine Helfer und er schon aufgebaut.

Leo Eiholzer

Auf dem Dietiker Kirchplatz schleppen zwei junge Männer schwere Zementbrocken. Stahlrohre werden aufgestellt, Planen darüber aufgehängt: Die Aufbauarbeiten für das grösste Limmattaler Weltmeisterschafts-Public-Viewing sind in vollem Gange. «Es läuft alles nach Plan», sagt Organisator Roger Zeindler, der beim Aufbau mitschwitzt. Momentan stellen sie das Zeltdach auf.

Das Wichtigste fehlt noch: der fünf mal drei Meter grosse LED-Bildschirm. Er wird am Dienstag angeliefert. Zeindler: «Bis Donnerstag brauchen wir aber schon noch, um
alles perfekt fertigzustellen.»

Bis zu 2000 Leute werden dann unter anderem der Schweizer Nati bei hoffentlich vielen Siegen zuschauen können – auf 450 Sitz- und etwa 1500 Stehplätzen. Der Eintritt ist gratis. Dafür darf man keine eigenen Getränke und Essen auf das Gelände bringen. Zeindler: «Wir haben Security, die darauf sehr gut achtet.»

Er rechnet mit etwa 18 000 Gästen. Das sind 2000 weniger als in den Jahren davor – weil Italien nicht dabei ist. Denn Dietikon hat viele Einwohner mit italienischen Wurzeln. Besonders falle ins Gewicht, dass Italien jeweils in den K.-o.-Runden weit vorgestossen ist.

Auf die entsprechende Frage sagt Zeindler, es wäre natürlich lukrativer, wenn er Eintritt verlangen würde: «Doch dann müsste ich den Kirchplatz mit Baugerüsten absperren. Das will ich nicht. Ich möchte, dass das Public Viewing eine offene Veranstaltung bleibt.»

Gleich in der Nähe des Kirchplatzes wird die bekannte Bar Zeus ebenfalls ein Public Viewing veranstalten. Rund 200 Leute können hier die Spiele verfolgen. Drinnen auf einer Grossleinwand und zwei Bildschirmen, draussen auf einem Bildschirm und einem grossen Flachbildfernseher, wie Stefan Schmucki, Betreiber des Zeus, sagt.

Während der Schweizer Spiele hat das Zeus zusätzlich zum normalen Angebot eine Grillstation in Betrieb. Schmucki erwartet ein «volles Haus». Das Kirchplatz-Public-Viewing von Zeindler nimmt er nicht als Konkurrenz wahr: «Das belebt das Zentrum. Davon profitieren auch wir.»

In Schlieren auf Geistlich-Areal

Auch in Schlieren gibt es ein Public Viewing. Bisher fand dieses – von Marco Lazri, Betreiber der Pizzeria Corona, organisiert – jeweils in der Summerbeiz auf dem Stadtplatz statt. Die Limmattalbahnbaustelle verhindert das dieses Jahr. Also zieht das Public Viewing aufs Geistlich-Areal um.

Rund 400 Menschen können auf einer Grossleinwand und fünf Fernsehern die Spiele verfolgen. «Für mich ist es die ‹Ein-Monat-Summerbeiz›», sagt Lazri. Der Eintritt ist frei. Geld verdient wird mit den Getränken und dem Essen. Das Fehlen der italienischen Nationalmannschaft fällt für Lazri nicht ins Gewicht.

«Die Italiener sind jetzt für die Schweiz und kommen trotzdem. Das hoffe ich jedenfalls», sagt Lazri. «Jedes Turnier ist für uns tot, wenn die Schweiz rausgeflogen ist.». Deshalb hofft er darauf, dass es die Fussballer möglichst den Eishockeyanern, die im Mai Silber
gewannen, gleichtun.

Non-Profit in Urdorf

Bereits ab heute offen ist die Böllebar auf dem Urdorfer Chilbiplatz. Der FC Urdorf feiert nämlich dort sein 50-Jahr-Jubiläum (die Limmattaler Zeitung berichtete gestern). Ab Donnerstag gibt es WM-Public-Viewing. Bei Schweizer Spielen erwartet Michael Pauli bis zu 900 Leute, die auf einer Grossleinwand mit fünf Meter Diagonale und fünf grossen Fernsehern die Spiele verfolgen.

Laut Pauli ist für die Besucherzahlen vor allem das Wetter wichtig: «Bei gutem Wetter, unabhängig vom Spiel, wird die Böllebar zum Treffpunkt für den Sommer.» Der Eintritt ist frei. Falls die Non-Profit-Organisation doch einmal Gewinn erwirtschaftet, fliesst er in ein üppiges Essen für die über 120 Helfer, die benötigt werden.

Auch in Weiningen gibts Fussball: Und zwar am Rebblüetefäscht vom 15. bis 17. Juni. In diversen Beizen, die von den Vereinen betrieben werden, kann die WM auf grossen Fernsehern und Grossleinwänden geschaut werden.