Unterengstringen

Hier ermittelt ein «Tatort»-Kommissar im Limmattal

450 Sekunden Film werden über zwei Tage für ein, wie es heisst geheimes Projekt im Limmattal gedreht. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um Aufnahmen für den «Tatort» mit Stefan Gubser alias Reto Flückiger.

Es herrscht reges Treiben auf der Weidstrasse in Unterengstringen. Insgesamt 35 Crewmitglieder, vom Schauspieler bis zum Aufnahmeleiter, sowie mehrere Lastwagen voll Material ergeben eine eindrückliche Szenerie. Nachdem die erste Szene mit Stefan Gubser alias Kommissar Reto Flückiger im Kasten ist, wird sogleich das Licht neu eingestellt, um die zweite Szene drehen zu können. Dann heisst es ruhe für die Probeaufnahme und schliesslich wird jede Szene zwei bis fünf Mal wiederholt, bis alle zufrieden sind. Dazwischen gibt es Schokolade und kleine Snacks für die Crewmitglieder.

Siebeneinhalb Minuten Film

Acht Szenen werden am Freitag und heutigen Samstag gedreht, erklärt Herstellungsleiterin Susann Henggeler. «Das gibt dann siebeneinhalb der insgesamt 90 Minuten Film.» Für welchen Film wollte sie jedoch nicht verraten. Es sei eine Produktion der «Turnus Film AG» für das Schweizer Fernsehen. Anwohner Franz Krucker weiss mehr und verrät, dass es sich um zusätzliche Szenen für den «Tatort» handelt. Ihn stören die Aufnahmen vor dem Haus aber überhaupt nicht, wie er sagt.

Thurgau statt Unterengstringen

Nach Unterengstringen sei man per Zufall gelangt, sagt Henggeler. Die Vorgaben für den Drehort seien ein Einfamilienhaus gewesen, das in einer gepflegten, aber nicht zu reichen Gegend liege. So genannte Locationscouts hätten dann nach diesen Kriterien Häuser in Baden, Schlieren oder eben Unterengstringen vorgeschlagen, aus welchen dann dieses ausgewählt wurde. Da die Geschichte jedoch nicht im Limmattal, sondern im Thurgau spielt, tragen alle Autos entsprechende Nummernschilder.

Die dritte Szene spielt im Auto vor dem Haus. Nach der ersten Probeaufnahme wird kurz diskutiert, wie die Heckklappe des Autos am Besten geschlossen werden soll. Trotz einer dafür vorgesehen Halteschlaufe, findet der Schauspieler, dass es viel zu umständlich sei, diese zu benützen. Gedreht wird am Schluss ohne die besagte Schlaufe, dafür wird die Aufnahme mehrere Male wiederholt.

Eine 18-Kilowatt-Lichtinstallation

Nach den drei Aussenaufnahmen geht es im Hausinneren weiter. Dafür wurde ein Teil des Mobiliars ausgeräumt und es entstand kurzerhand ein neues Büro, wie Produktionsleiter Marc Gerber erklärt. Eine 18 Kilowatt starke Lichtinstallation im Garten sorge für gleichmässiges Licht bei den Aufnahmen. Auch auf der Strasse vor dem Haus sind meterhohe Lichtreflektoren aufgestellt, die für jede Szene neu eingestellt werden. Ausserdem wird mit Echtton gefilmt, weshalb alle Nachbarn vorgängig schriftlich gebeten worden seien, keinen übermässigen Lärm zu generieren.

Die Tragweite eines solchen Projekts zeigt sich aber erst im Detail. Da die Anwohner auf der östlichen Seite des Filmsets nicht mehr zu ihren Häuser kamen, respektive wieder weg, wurde kurzerhand der Stein, welcher das Ende der Strasse markiert und sie zu einer Sackgasse macht, zur Seite gerückt.

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