Die Idee von Adrian Amstutz sieht vor, dass die Nationalräte nach der Session jeweils die Regionen besuchen und dort von ihrer Tätigkeit in Bern erzählen. Diese Aufgabe hatte am vergangenen Samstag in Dietikon SVP-Nationalrat Hans Egloff beim ersten Sessionsapéro der Bezirkspartei.

Apéro stösst auf gutes Echo

Obwohl bei der ersten Durchführung des Apéros noch einige Stühle leer blieben, waren sich die Teilnehmenden einig, dass das Format Zukunft hat. «Ich interessiere mich sehr für Hintergrundinformationen aus Bern», sagte etwa Daniela Howald von der SVP Dietikon. Es sei sehr angenehm, wie klar und verständlich Egloff sich ausgedrückt habe.

Auch Pierre Dalcher, Kantonsrat und Präsident der Bezirkspartei, zeigte sich zufrieden und versicherte, dass man den Anlass schon bei der nächsten Ausgabe im Dezember erweitern werde.

Kampf nicht aufgegeben

Im Juni hat Egloff das Präsidium des nationalen Hauseigentümerverbands übernommen. In dieser Funktion vertrat er auch die Initiative «Sicheres Wohnen im Alter». Trotz des Abstimmungsausgangs sei das letzte Wort in der Frage noch nicht gesprochen, meint Egloff. «Ich will weiterhin all diejenigen zusammenbringen, die den Eigenmietwert abschaffen wollen.»

Auch das Parlament entschied in der vergangenen Session oft nicht im Sinne Egloffs und seiner Partei: Die Entwicklungshilfe wurde aufgestockt, eine laut Egloff ungeeignete Agrarreform wurde verabschiedet und die sogenannte Solidarhaftung für die Baubranche wurde beschlossen. «Am schwierigsten war es aber, in den vergangenen Tagen als Vertreter der angeschlagenen SVP Zürich nach Bern zu fahren», sagte er. Das Medieninteresse sei daher riesig gewesen.

Doch Egloff hat auch Heiteres aus seinem Parlamentsalltag zu berichten: etwa über das wankelmütige Abstimmungsverhalten einiger seiner Ratskollegen oder über die ausfällige Debatte zwischen Ulrich Giezendanner und Jacqueline Badran, die sich wegen der 1:12-Initiative in die Haare gerieten.

Verständnis für Gegner

Gegen die beiden Hitzköpfe wirkt Egloff geradezu kühl und sachlich. Er zeigte etwa auch eine gemässigte Haltung gegenüber dem vom Parlament abgelehnten Verhüllungsverbot. Er habe durchaus Verständnis für die liberale Gegenposition: «Es gehört zu unserem Staatsverständnis, die Religionsfreiheit zu gewährleisten», betont er.

Bei der Schlussrunde erklärte sich Roland Wüthrich, Präsident der SVP Weiningen, bereit, im Dezember noch mehr Leute an den Apéro zu bringen: «Ich nehme auf jeden Fall die gesamte Dorfpartei an den Anlass mit.»