Fünf grosse Kräne tragen wacker Material in die mächtige Baugrube, in der das unterste Geschoss des neuen «Limmi» zunehmend Gestalt annimmt. Auf den Bildern der Baustellenkamera, die live ins Internet gesendet werden, können die Bauarbeiten am Neubau des Spitals Limmattal Schritt für Schritt mitverfolgt werden: vom Moment, an dem die Bagger mit dem Einreissen der ersten Gebäude beginnen bis zum ausbetonierten Fundament. Was auf diesen Bildern zu sehen ist, ist eine gut funktionierende Baustelle. Dies bestätigt die positive Jahresbilanz von Nils Eichbaum, dem Projektverantwortlichen von «LimmiViva».

Mühsamster Teil ist durch

«Wir haben in diesem Jahr viel erreicht und die Bauarbeiten liegen darum im Zeitplan», fasst Eichbaum das Jahr 2015 zusammen. Das habe vor allem damit zu tun, dass beim Abriss und bei den Aushubarbeiten keine unvorhersehbaren Probleme entstanden seien. «Es kann immer sein, dass in den alten Gebäuden Schadstoffe verbaut sind, mit denen man nicht gerechnet hat und die den Abriss verzögern. Oder dass im Boden grosse Findlinge liegen.» Beides blieb dieses Mal aus. Als weiteren Grund für den zügigen Arbeitsprozess nennt Eichbaum das warme und trockene Wetter im Herbst und dem bisherigen Winter. Wenn es über minus 5 Grad sei, könne betoniert werden.

Mit dem Abriss und dem Aushub sei der mühsamste Abschnitt der Bauarbeiten nun bereits abgeschlossen. Im nächsten Jahr seien zudem keine grösseren Hürden im Bauprozess mehr zu erwarten. «Wenn die Temperaturen so hoch bleiben, wird es auch weiterhin gut vorwärtsgehen», schätzt Eichbaum. Seit dem 23. Dezember ist auf der Baustelle nun Weihnachtspause, am 4. Januar wird weitergebaut.

Im Sommer sind die ersten Arbeiten innerhalb der Gebäude geplant und im Juni oder Juli würden im Idealfall die ersten Fenster montiert, schätzt Eichbaum. Wenn weiterhin alles nach Plan verläuft, soll der Rohbau Anfang 2017 abgeschlossen sein. Der Einzugstermin für das neue Spital ist weiterhin auf Ende 2018 angesetzt.

Startschuss im März

Nachdem die Stadt Schlieren im Frühling 2015 die Bewilligung für den 270 Millionen teuren Neubau erteilt hat und keine Einsprachen erhoben wurden, stand den Bauarbeiten nichts mehr im Weg. Im Mai wurde dann der Grundstein gelegt.

Bereits 2013 hatte das Stimmvolk das Projekt mit einer überwältigenden Mehrheit – der Ja-Stimmen-Anteil betrug über 90 Prozent – gutgeheissen. Abgebrochen wurden im März dieses Jahres dann zuerst das ehemalige Theodosianum, die Schule und die Personalhäuser.

Während der Arbeiten am Neubau, der vom Totalunternehmer Losinger Marazzi ausgeführt wird, wird der Spitalbetrieb im alten Gebäude normal weitergeführt. Nach Fertigstellung des Neubaus wird das Spital in sein neues Zuhause ziehen und ein Grossteil der alten Gebäude wird abgerissen.

Mit dem Neubau «LimmiViva» entsteht in Schlieren ein modernes Akutspital, das den heutigen Anforderungen entspricht. Dazu wird auch eine Rehaklinik entstehen. Die Bausubstanz und die Infrastruktur des über vierzigjährigen bisherigen Gebäudes sind heute veraltet.