Weiningen
Heute ist der Ländler gefragt

Die Formation «Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli» und das Restaurant Linde luden zur 35. Limmattaler Stubete . Von den 13 Musikanten reichte das Alter vom 80-jährigen Akkordeonisten bis zum 4-jährigen Rätschenspieler.

Ly Vuong
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Der 80-jährige Noldi Schuler aus Urdorf spielt seit 60 Jahren Akkordeon. An der Limmattaler Stubete gefällt ihm vor allem die Spontaneität. Im Bild eine Ad-hoc-Formation.
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Der 4-jährige Lorin Schärer ist der Enkel des Schwyzerörgelers Erich Schärer von den Schwyzerörgelern vom Föhrewäldli.
Die Kapelle Wasserflue von links: Röbi Schneider, Peter Huber, Hans Zurflüeh, Regula Huber und Hans-Ruedi Nyfeler.
Der 89-jährige Emil Rappauner aus der Fahrweid kommt gern an die Stubete. Die Musik sei sehr vielseitig und anspruchsvoll.
Der Eventraum des Restaurants Linde, wo die Stubete stattfand, war früher der Gemeindesaal Weiningens. Unter anderem fand dort früher die Gemeindeversammlung statt.
Die Ad-hoc-Formation mit Jodlerin Margrit Möri, Akkordeonist Noldi Schuler und Bassist Hans-Ruedi Nyfeler.
Den Auftakt zur Limmattaler Stubete gaben die Gastgeber, die Schwyzerörgeler vom Föhrewäldli, mit dem Marsch "Im Löchlibad".
Bassist Andi Bichsel von den Schwyzerörgelern vom Föhrewäldli moderierte die 35. Stubete.
Der Urdorfer Akkordeonist Noldi Schuler mit Jodlerin Margrit Möri aus Andelfingen.
Sylvia Bernet von den Schwyzerörgelern vom Föhrewäldlli (links) bespricht sich mit Heidi Fries.
Die Gäste Roland Dumuit und Albert Güdel (rechts) kennen sich seit der Kindheit in Geroldswil. Wenn sie können, kommen sie stets zur Stubete.
Die 35. Limmattaler Stubete war ein voller Erfolg
Zur 35. Stubete der Formation Schwyzerörgeler vom Föhrewäldli kamen über 40 Besucher und ein Dutzend Musikanten.
Wirtin Maya Grossmann (mitte) mit Maria Hintermann (links) und Manuela Denot. Die Stubete hat Tradition: Als die Mutter von Grossmann, Elsi Rüedi-Egli, noch Wirtin war, holte sie gar den berühmten Volksmusiker Peter Zinsli zur Stubete ins Restaurant Linde.
Die Besucherinnen aus Geroldswil Margrit Brauchli (links) und Tina Derungs.
Die Musikanten der Kapelle Wasserflue spielten den langsamen Swing "Der verlorene Bassgeiger".
Klarinettistin Heidi Fries und Bassist Max Peter musizierten mit einem Teil der Schwyzerörgeler vom Föhrewäldli. Hier das Stück "Birewegge-Polka".

Der 80-jährige Noldi Schuler aus Urdorf spielt seit 60 Jahren Akkordeon. An der Limmattaler Stubete gefällt ihm vor allem die Spontaneität. Im Bild eine Ad-hoc-Formation.

Ly Vuong

Der lüpfige Schwung, der Heimatgefühl bedeutet, kommt mit Übung. Dies zeigte sich auch am Freitagabend an der 35. Limmattaler Stubete der Formation «Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli» – mit den Schwyzerörgeler Hans Meier, Sylvia Bernet, Erich Schärer und ihren Bassisten Andi Bichsel.

Im Eventsaal der Weininger «Linde» frönten sie zusammen mit über 40 Besuchern und weiteren acht Musikanten der Volksmusik. Die Wirtin der «Linde», Maya Grossmann, hatte keine Sekunde gezögert, als die Formation vor drei Jahren eine neue Heimat für ihre Stubete suchte. «Als meine Mutter noch Wirtin war, brachte sie gar Volksmusikgrössen wie Peter Zinsli in die ‹Linde›», erinnerte sich Grossmann. Dass sie nun diese Tradition im Haus weiterführen kann, mache sie glücklich. Und dies noch im geschichtsträchtigen Eventsaal, in dem früher Gemeindeversammlungen stattfanden.

Die Gastgeber, die so bekannt sind, dass sie 2015 gar die Schweizer Garde im Vatikan unterhalten durften, machten den Auftakt. Begleitet wurden sie vom 4-jährigen Lorin Schärer, dem Enkel des Schwyzerörgeler Erich Schärer. Lorin spielte den Takt zum Marsch «Im Löchlibad» auf dem Holzinstrument Rira, das er vor einem Jahr von Hans Meier geschenkt bekam. Volksmusik ist für Lorin «Grosspapi-Musik». Nach dem Auftritt sagte er: «Grosspapi-Musik machen ist cheibe anstrengend».

Länder ist heute gefragt

Die Aargauer Formation «Kapelle Wasserflue» beehrte die Stubete mit dem langsamen Swing-Stück «Der verlorene Bassgeiger». Die Grenzen zwischen Ländler und Jazz verschwanden. Auch die Jodlerin Margrit Möri alias Gitta M war da. Aus ihrer Eigenkomposition «Vor em Säntis» sang sie mit lieblichem Gefühl folgende Zeile: «Vor em Säntis stohn I do – im Obedrot und stuhn en a». Begleitet wurde sie vom Bassist Hans-Ruedi Nyfeler und Akkordeonist Noldi Schuler.

Die ad-hoc-Formation hatte nur eine kurze Probezeit: Gitta M sang vor und Schuler legte Begleitakkorde fest. «Mir gefällt die Spontaneität der Stubete», sagte der 80-jährige Urdorfer, der seit 60 Jahren Akkordeon spielt.

Die Stubete als Übungsfeld

Für Musikanten mit weniger Ländler-Erfahrung bot die Stubete ein gutes Übungsfeld. «Man lernt immer etwas dazu. Ausserdem kann man an der Stubete neue Leute und Stücke kennenlernen», sagte der Zürcher Bassist Max Peter. Auch die Unterengstringer Klarinettistin Heidi Fries nutzte die Gelegenheit, um ad-hoc mit anderen aufzutreten. Die 47-jährige Fries kommt von der klassischen Musik: «Zu der Zeit, als ich Klarinette lernte, gab es keine Lehrer für Ländler-Musik.» Heute sei dies anders.

Nur noch im kleinen Kreis tritt der 89-jährige Geroldswiler Emil Ruppanner auf. Für die Stubete habe er nicht mehr genug Übung mit seiner Handorgel. «Dieser Abend ist abwechslungsreich und anspruchsvoll», lobte er.

Neben ihm sassen die zwei Jugendfreunde Albert Güdel und Roland Dumuit aus Geroldswil. Die beiden 84-Jährigen kennen sich seit der Schule. «Wann immer möglich, kommen wir zur Stubete und feiern hier Freundschaft und Zusammenhalt», sagte Güdel.

Die nächste Limmattaler Stubete findet am 14. Dezember statt.