Weiningen

Heute ist der Ländler gefragt

Die Formation «Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli» und das Restaurant Linde luden zur 35. Limmattaler Stubete . Von den 13 Musikanten reichte das Alter vom 80-jährigen Akkordeonisten bis zum 4-jährigen Rätschenspieler.

Der lüpfige Schwung, der Heimatgefühl bedeutet, kommt mit Übung. Dies zeigte sich auch am Freitagabend an der 35. Limmattaler Stubete der Formation «Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli» – mit den Schwyzerörgeler Hans Meier, Sylvia Bernet, Erich Schärer und ihren Bassisten Andi Bichsel.

Im Eventsaal der Weininger «Linde» frönten sie zusammen mit über 40 Besuchern und weiteren acht Musikanten der Volksmusik. Die Wirtin der «Linde», Maya Grossmann, hatte keine Sekunde gezögert, als die Formation vor drei Jahren eine neue Heimat für ihre Stubete suchte. «Als meine Mutter noch Wirtin war, brachte sie gar Volksmusikgrössen wie Peter Zinsli in die ‹Linde›», erinnerte sich Grossmann. Dass sie nun diese Tradition im Haus weiterführen kann, mache sie glücklich. Und dies noch im geschichtsträchtigen Eventsaal, in dem früher Gemeindeversammlungen stattfanden.

Die Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli spielten den Marsch Im Löchlibad mit dem Enkel des Schwyzerörgeler Erich Schärer, den 4-jährigen Lorin Schärer an der Rira (einem Holzinstrument).

Die Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli spielten den Marsch Im Löchlibad mit dem Enkel des Schwyzerörgeler Erich Schärer, den 4-jährigen Lorin Schärer an der Rira (einem Holzinstrument).

Die 35. Limmattaler Stubete in Weiningen.

Die Gastgeber, die so bekannt sind, dass sie 2015 gar die Schweizer Garde im Vatikan unterhalten durften, machten den Auftakt. Begleitet wurden sie vom 4-jährigen Lorin Schärer, dem Enkel des Schwyzerörgeler Erich Schärer. Lorin spielte den Takt zum Marsch «Im Löchlibad» auf dem Holzinstrument Rira, das er vor einem Jahr von Hans Meier geschenkt bekam. Volksmusik ist für Lorin «Grosspapi-Musik». Nach dem Auftritt sagte er: «Grosspapi-Musik machen ist cheibe anstrengend».

Länder ist heute gefragt

Die Aargauer Formation «Kapelle Wasserflue» beehrte die Stubete mit dem langsamen Swing-Stück «Der verlorene Bassgeiger». Die Grenzen zwischen Ländler und Jazz verschwanden. Auch die Jodlerin Margrit Möri alias Gitta M war da. Aus ihrer Eigenkomposition «Vor em Säntis» sang sie mit lieblichem Gefühl folgende Zeile: «Vor em Säntis stohn I do – im Obedrot und stuhn en a». Begleitet wurde sie vom Bassist Hans-Ruedi Nyfeler und Akkordeonist Noldi Schuler.

Die ad-hoc-Formation hatte nur eine kurze Probezeit: Gitta M sang vor und Schuler legte Begleitakkorde fest. «Mir gefällt die Spontaneität der Stubete», sagte der 80-jährige Urdorfer, der seit 60 Jahren Akkordeon spielt.

Die Stubete als Übungsfeld

Für Musikanten mit weniger Ländler-Erfahrung bot die Stubete ein gutes Übungsfeld. «Man lernt immer etwas dazu. Ausserdem kann man an der Stubete neue Leute und Stücke kennenlernen», sagte der Zürcher Bassist Max Peter. Auch die Unterengstringer Klarinettistin Heidi Fries nutzte die Gelegenheit, um ad-hoc mit anderen aufzutreten. Die 47-jährige Fries kommt von der klassischen Musik: «Zu der Zeit, als ich Klarinette lernte, gab es keine Lehrer für Ländler-Musik.» Heute sei dies anders.

Klarinettistin Heidi Fries und Bassist Max Peter musizierten mit einem Teil der Formation Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli - hier das Stück "Birewegge-Polka"

Klarinettistin Heidi Fries und Bassist Max Peter musizierten mit einem Teil der Formation Schwyzerörgeler vom Föhrenwäldli - hier das Stück "Birewegge-Polka"

35. Limmattaler Stubete in Weiningen.

Nur noch im kleinen Kreis tritt der 89-jährige Geroldswiler Emil Ruppanner auf. Für die Stubete habe er nicht mehr genug Übung mit seiner Handorgel. «Dieser Abend ist abwechslungsreich und anspruchsvoll», lobte er.

Neben ihm sassen die zwei Jugendfreunde Albert Güdel und Roland Dumuit aus Geroldswil. Die beiden 84-Jährigen kennen sich seit der Schule. «Wann immer möglich, kommen wir zur Stubete und feiern hier Freundschaft und Zusammenhalt», sagte Güdel.

Die nächste Limmattaler Stubete findet am 14. Dezember statt.

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