Die Bewohner des Dietiker Limmatfelds haben ab heute ihren eigenen Markt: den Fiirabigmärt. Von 16 bis 20 Uhr bieten Marktfahrer auf dem Rapidplatz an 26 Ständen ihre Produkte an. «Ich freue mich und bin sehr gespannt, ob das Konzept, das ich mir ausgedacht habe, tatsächlich funktioniert», sagt Sabine Billeter. Sie organisiert im Auftrag der Vereinigung Zentrum Dietikon den wöchentlichen Anlass. Es werde bestimmt noch Anpassungen geben, das sei normal. «Ein Markt soll etwas Lebendiges sein.» Das Ziel: «Wir möchten damit einen Begegnungsort für die Dietiker Bevölkerung, insbesondere die Anwohner und Arbeitnehmer im Limmatfeld, und alle Limmattaler schaffen.»

Um die Stadt von dieser Idee zu überzeugen, benötigte Billeter Geduld. «Von der Idee bis zur heutigen ersten Ausgabe hat es fast zwei Jahre gedauert», sagt sie. Insgesamt unterstützt die Stadt den Fiirabigmärt mit 9000 Franken. Die restlichen Mittel von rund 20 000 Franken erhält die Vereinigung Zentrum Dietikon von Sponsoren wie etwa der Raiffeisenbank. Billeter betont: «Es handelt sich nicht um einen kommerziellen Event. Der Markt soll ein Erlebnismarkt sein, der den Bedürfnissen der Dietiker gerecht wird.» Deshalb finde er auch am Feierabend statt. «Die meisten Leute arbeiten tagsüber. Die klassische Hausfrau, die am Morgen auf dem Markt einkaufen geht, gibt es nicht mehr.» In Zeiten von Facebook und Whatsapp müssten neue Treffpunkte gefunden werden. Orte, an denen man etwas erleben kann.

So verteilen sich die 26 Marktstände am ersten Dietiker Fiirabigmärt.

So verteilen sich die 26 Marktstände am ersten Dietiker Fiirabigmärt.

Wurst selber bräteln

«Der Fiirabigmärt ist kein reiner Frischmarkt», sagt Billeter. Neben regionalen Produkten wie Bier, Most, Fleisch, Käse, Gemüse und Früchten können Besucher auch Streetfood kaufen und gleich vor Ort essen. Dafür werden zwei Zelte in der Mitte des Platzes aufgestellt, wo Marktbesucher Streetfood zu sich nehmen und verweilen können. «Wir haben uns Mühe gegeben, dass die Besucher verschiedene Gerichte zur Auswahl haben.» Mezze, thailändische Currys, Ofenkartoffeln, ungarisches Süssgebäck und italienische Sandwiches mit Spanferkel warten auf die Besucher. Äthiopischen Kaffee und iranische Trockenfrüchte gibt es zum Dessert. Auch Pflanzenfans kommen auf ihre Kosten. Zwei Gärtnereien konnte Billeter ebenso verpflichten. Das Angebot wird durch einen Messerschleifer und einen Kunsthandwerker komplettiert. «Ich habe die meisten Standbetreiber persönlich angeschrieben. Nur ganz wenige sind selber auf mich zugekommen», sagt Billeter, die bereits seit acht Jahren den Frühlings-, den Herbst- und den Samstagsmarkt organisiert. Bis zum 31. Oktober werden diese 26 Standbesitzer ihre Waren auf dem Rapidplatz verkaufen. Besucher können ihre Verpflegung auch selbst zubereiten. Auf einem Gasgrill und über einer Feuerschale neben den Bistrozelten hat man die Möglichkeit, Würste zu bräteln. «Man muss die Wurst nicht selber mitbringen, sondern kann gleich eine beim Stand vom Biohof Fondli oder der Pferdemetzgerei Tschabold kaufen», sagt Billeter.

Stelzenkunst und Musik

Damit der Besuch auf dem Fiirabigmärt nicht nur ein kulinarisches Erlebnis wird, hat Billeter die dreiköpfige Mundart-Folkband Hinterwäldler engagiert. Zudem wird der Stelzenkünstler Thorsten Meito für Unterhaltung auf dem Rapidplatz sorgen. Billeter ist guter Dinge, dass die erste Ausgabe des Anlasses gut ankommen wird. «Ich habe viel positives Feedback von Dietikern bekommen. Man freut sich auf den Markt. Ich bin zuversichtlich, dass sich der Platz füllen wird. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.» Schwieriger werde es, jede Woche genügend Leute anzuziehen. «Wir werden alles daransetzen, dass die Besucher sich wohlfühlen und ein tolles Erlebnis haben, damit sie wieder kommen», sagt Billeter. Denn für sie ist klar: «Ich will den Fiirabigmärt nicht nur dieses Jahr veranstalten, sondern auch in zehn Jahren noch auf die Beine stellen.»