Wenn am 1. August Raketen durch die Luft heulen und «Frauenfürze» knatternd explodieren, beginnt für viele Hundebesitzer der Nervenkrieg: Rund ein Fünftel der Hunde hat grosse Angst vor der Feuerwerksknallerei, wie der Berufsverband tierpsychologischer Beraterinnen und Berater Vieta gestern in einem Communiqué mitteilte.

Dunkelheit und Musik helfen

Auch der Dietiker Bezirkstierarzt Josef Zihlmann spürt in den Tagen vor dem Bundesfeiertag die Verunsicherung der Hundehalter: «Jeder Zweite, der in diesen Tagen zu mir in die Praxis kommt, sucht Hilfe im Umgang mit dem Feuerwerkslärm.» Er rate den Tierbesitzern vor allem eines: Ruhe bewahren, mit dem Tier ganz normal umgehen und sein verängstigtes Verhalten ignorieren. «Wer den Hund in den Arm nimmt und tröstet, bestätigt ihm, dass seine Angst berechtigt ist», so Zihlmann. Ganz untätig müssen Herrchen und Frauchen allerdings nicht bleiben: «Sie sollten mit den betroffenen Tieren zu Hause bleiben, die Zimmer verdunkeln und allenfalls Musik im Hintergrund laufen lassen», sagt der Bezirkstierarzt.

Einige seiner tierischen Patienten würden den 1. August mit ihren Haltern im Schwarzwald verbringen. Wer die Flucht nach Deutschland nicht antreten will, kann den Tierarzt laut Zihlmann nach einem homöopathischen Beruhigungsmittel oder nach Bachblüten-Tropfen fragen. Ein weiteres Mittel, das er verwendet, ist das Psychopharmakon Meprodil. «Es bewirkt Gleichgültigkeit gegenüber dem Lärm, verändert aber ansonsten das Verhalten der Hunde nicht», erklärt der Bezirkstierarzt.

Valium für Hunde gefährlich

Hände weg heisse es hingegen bei für Menschen gemachten Medikamenten: «Es gibt Leute, die ihrem Tier Valium verabreichen – ohne zu wissen, wie es darauf reagiert. Im schlimmsten Fall kann das zu Kreislaufproblemen und zum Tod des Hundes führen.»