Die Dietiker zeigen sich spendabel. Bereits 15 Minuten vor dem offiziellen Beginn der Aktion kamen die Mitglieder des Vereins «Jetzt – Helfer helfen Helfern» ein wenig ins Schwitzen: «Fünf der vierzig Kartonkisten waren bereits um 14 Uhr prall gefüllt», sagt Fabian Hauser vom Verein. Die Spender konnten den Auftakt der Aktion im Raum ONE an der Bremgartenstrasse offensichtlich kaum erwarten.

Eine junge Mutter mit ihrer dreijährigen Tochter an der Hand betritt das Lokal. Bei sich trägt sie eine Tragtasche gefüllt mit Spielsachen. «Als ich in der Zeitung davon gelesen habe, stand sofort fest, dass ich etwas spenden will», sagt sie. Einige Spielsachen habe sie ohnehin bereits vor einigen Wochen ausgemistet. Nachdem sie ihrem Töchterchen erklärt habe, wohin ihre alten Stofftiere kommen, habe diese auf eigene Initiative weitere gespendet.

Spender sind gut vorbereitet

Noch sind die Helfer am Sichten der Spenden. Erst werden unbrauchbare Artikel aussortiert. «Beispielsweise dürfen wir keine angebrauchten Hygieneartikel oder batteriebetriebene Spielsachen nach Kos senden», sagt Hauser. Die meisten Spender haben die auf der Website des Vereins veröffentlichte Liste von benötigten Gütern gut studiert. Die Nein-Kiste ist noch nicht mal bis zur Hälfte gefüllt, während die Anzahl volle Kartonschachteln bereits auf zehn angewachsen ist. «Güter, die wir nicht nach Kos senden können, versuchen wir an andere Organisationen abzugeben.»

In diesem Moment betritt ein Herr um die 60 den Raum ONE. Drei Taschen, in denen sich Wolldecken und zwei Militärschlafsäcke befinden, trägt er in den Händen: Für die Decken und Schlafsäcke habe er ohnehin keine Verwendung mehr. «Zudem ist dies eine hervorragende Gelegenheit, etwas Gutes zu tun.»

«Vorhin schnell eingekauft»

Der Verein hat bei der österreichischen Transportfirma Griechenland.at drei Kubikmeter Raum für die Dietiker Spenden bestellt. Dies entspricht einem Volumen von rund 40 Kartonkisten, die sich bereits im Raum ONE stapeln. Nach einer Stunde sind deren zehn gefüllt und in den hinteren Teil des Hauses gebracht worden. «Erhalten wir mehr Spenden als in den Kisten Platz haben, dann ist das überhaupt kein Problem», so Haller. Entweder werde er für diesen Fall zusätzlichen Transportraum kaufen, oder aber die Ladung zu einem späteren Zeitpunkt nach Kos überführen lassen: «In den Kellern und Garagen der Vereinsmitglieder lässt sich so einiges verstauen.»

In diesem Moment betritt eine Dame Ende dreissig den Raum. Eine Wolke von acht bis zehn Einkaufstaschen formiert sich um ihren Unterkörper. Vor dem Sortiertresen stellt sie diese auf den Boden und den Freiwilligen wird klar, welche Schätze sich in den Tüten verbergen: Pflegeprodukte wie Zahnpasta und Duschgels, Hygienetücher, Decken und auch Spielzeug für die Kinder. «Ich habe diese Dinge vorhin schnell eingekauft», sagt die Dame, während Hauser den Berg sichtet. «Ich finde es grossartig, dass hier in Dietikon jemand eine solche Initiative ergreift», sagt sie und bedankt sich bei Hauser und den restlichen Vereinsmitgliedern. Diese, von der schieren Masse der Spende noch sichtlich beeindruckt, geben den Dank dankend zurück.