Limmattal
Heisst die Lösung auch fürs «Limmi» gemeinnützige Aktiengesellschaft?

Das Spital Limmattal ist nicht das einzige Spital, das sich angesichts gravierender Umwälzungen im Gesundheitswesen einen neuen Weg für die Zukunft sucht und sich dabei grundsätzlichen Fragen stellt.

Jürg Krebs
Merken
Drucken
Teilen

Limmattaler Zeitung

Eine der Fragen ist: Wie kann und muss sich ein Spital organisieren, um in einem verschärften Wettbewerb bestehen zu können. Zum KVG (Krankenversicherungsgesetz) kommen neue Rahmenbedingungen hinzu. So das neue Zürcher Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetz, aber auch die landesweite Einführung von Fallpauschalen per Anfang 2012. Die Auswirkungen auf den Gesundheitsmarkt beeinflussen die Wahl der Organisationsform eines Spitalverbands.

Als Antwort auf diese Frage hatte der Verwaltungsrat des Spitals Limmattal zusammen mit der Beratungsfirma HServices AG im Frühjahr eine Strategie präsentiert, die diesen Sommer mangels Akzeptanz grandios gescheitert ist. Damit ist die Frage der Organisation wieder offen und muss neu verhandelt werden.

Spital Männedorf als Beispiel?

In der Diskussion lohnt sich der Blick ans rechte Zürichseeufer. Dort schlagen die Delegierten des Spitals Männedorf den Trägergemeinden die Umwandlung des Zweckverbands in eine so genannte gemeinnützige Aktiengesellschaft vor, um «mehr unternehmerische Flexibilität und Handlungsfähigkeit» zu erhalten. Also genau das, wonach auch am Spital Limmattal gesucht worden ist.

Aktiengesellschaft bedeutet im Fall Männedorf, dass die Gemeinden weiterhin Träger des Spitals bleiben, aber neu Aktionäre würden. Zur Bildung des Aktienkapitals werden die Einlagen der vergangenen zehn Jahre herangezogen. Entsprechend der Höhe der Einlagen erhalten die Gemeinden Aktien. Auch Verwaltungsrat und Spitaldirektion des Spitals Limmattal haben bereits 2008 über eine Umwandlung des Zweckverbands Spital Limmattal in eine flexiblere Rechtsform nachgedacht, die schnelle Entscheide begünstigt, und bevorzugt auf eine Aktiengesellschaft gesetzt. Auch die Form einer Stiftung oder einer interkommunalen Anstalt hätte zur Debatte gestanden.

Dann kam im ersten Quartal 2009 die Wende: Auf Druck aus den 17 Trägergemeinden wurde auf die Aktiengesellschaft verzichtet. Die Folge: Verwaltungsrat und später der interimistische Spitaldirektor suchten vergebens nach einer Form, trotz Zweckverband eine handlungsfähige Organisation zu finden. Ihre Idee der Privatisierung der operativen Führung fand keine Akzeptanz, die Zukunftsstrategie scheiterte wie erwähnt. Nun muss die Form einer «gemeinnützigen Aktiengesellschaft» wieder zur Debatte stehen, um dem neuen Spitaldirektor oder der neuen Spitaldirektorin sowie dem neuen Verwaltungsrat grösstmöglichen Handlungsspielraum zu geben. Unter den mit dem «Limmi» vergleichbaren Spitälern hat das Spital Wetzikon (Gesundheitszentrum Zürcher Oberland) mit seinen 13 Trägergemeinden bereits 2008 die Umwandlung in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft vollzogen. Aus besagten Gründen. Als Zweckverband sind neben dem «Limmi» nach wie vor die Spitäler Bülach, Uster oder Affoltern organisiert.