Schlieren
Heisse Temperaturen bei der Hauptprobe der Schlieremer Chind

Nach zehn Jahren Pause erscheint morgen die neue CD der singenden Kinder aus Schlieren. Chorleiter Martin von Aesch ist stolz auf seine Schützlinge.

Daniel Andrés Egli
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Heisse Temperaturen bei der Hauptprobe der Schlieremer Chind
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Heisse Temperaturen bei der Hauptprobe der Schlieremer Chind

AZ

Es gibt wohl nur wenige Deutschschweizer Kinderzimmer, in denen ihre Lieder nicht schon einmal gehört wurden. Die Alben mit den blumigen Namen «De Tarzan cha nöd singe» oder «Mir gönd hüt in Zoo» erreichten Berühmtheit weit über Zürich hinaus. Die Rede ist von den Schlieremer Chind. 1957 wurden sie unter der Leitung von Werner von Aesch, bekannt durch das Cabaret Rotstift, gegründet.

In den 80er-Jahren übernahm sein Sohn, Martin von Aesch, die Leitung des Chors. 45 Jahre nach ihrer Gründung und zehn Jahre nach dem letzten Album erscheint morgen wieder eine CD der jungen Sänger aus der Limmattaler Gemeinde. «Schaurig schöni Liedli» heisst das neue Album, und dabei ist viel, aber nicht alles, beim Alten geblieben.

«Ein tolles Erlebnis»

Am Tag der Hauptprobe für die anstehende CD-Taufe ist die Hitze im grossen Saal des Schulhauses Hofacker fast unerträglich. Schwitzend sass das Publikum auf den Stühlen. Auf der Bühne standen die Schlieremer Chind in der Version 2011. Selbstbewusst trugen die Primarschüler ihre Lieder vor und trotzten tapfer der heissen Temperatur im Saal. «Es war ein tolles Erlebnis. Vor allem die vielen Zuschauer haben mir gefallen», sagte Christina Rinaldi nach dem Auftritt, noch ganz ausser Atem.

Sie sänge so unglaublich gerne und heute hätte sie das allen zeigen können. Ähnlich erlebte auch Cedric Kupper die Hauptprobe der neuen CD «Schaurig schöni Liedli»: «Am Anfang war es ein beklemmendes Gefühl, als ich die vielen Menschen im Publikum sah. Dann ging es aber ganz gut», meinte der Hofacker-Schüler.

Lange und intensive Arbeit am neuen Album

«Das neue Album der Schlieremer Chind ist das Resultat langer und intensiver Arbeit», erzählt Martin von Aesch nach der Hauptprobe. Es habe unglaublich viel Spass gemacht, mit den Kindern zu arbeiten, sei ab und zu aber auch anstrengend gewesen. Davon kann auch das frischgebackene Schlieremer Chind Xenia Walser ein Liedchen singen. «Die letzten paar Wochen haben wir jeden Mittwochnachmittag geübt», erzählt die Primarschülerin. Das sei schon ab und zu etwas mühsam gewesen, weil sie ihre Freundinnen dann nicht mehr so oft habe treffen können. Spass habe es aber trotzdem gemacht.

Für Martin von Aesch waren andere Dinge anstrengend. «Ich bin ziemlich auf die Welt gekommen, was die Sprache der Kinder betrifft», schildert er die ersten Probestunden. Die Schlieremer Chind sollten seiner Ansicht nach ein richtiges Zürichdeutsch singen. «Also mussten wir mit einigen Mundart büffeln», so von Aesch. «Der Weg war lang, aber nicht steinig», fasst er die Zeit bis zu der Hauptprobe zusammen. Jetzt komme die schönste Zeit seiner Arbeit. Sozusagen das Pflücken der reifen Früchte, die man monatelang gehegt und gepflegt habe. «Ich bin stolz auf die Lieder auf dem Album. Nun wird sich zeigen, ob es sich am Schluss auch finanziell lohnen wird». Der Tonträgermarkt sei ein hartes Pflaster, so von Aesch. Die Kinder aber hätten tolle Arbeit geleistet.

Auftritte am Schlierefäscht: 3. September, 17 Uhr/7. September, 17 Uhr/11. September, 16 Uhr (jeweils auf der Zentrumsbühne).