Dietikon

Heinz Lüthi liest in seiner alten Heimat aus seinem neusten Werk

Ein des Mordes verdächtiger Bündner Bauer spielt die Hauptrolle in Heinz Lüthis neuestem Buch.

Ein des Mordes verdächtiger Bündner Bauer spielt die Hauptrolle in Heinz Lüthis neuestem Buch.

Der Schriftsteller und ehemalige Kabarettist stellte sein neustes Werk «Gion da Farglix – Annäherung an ein Bergtal» vor. Es handelt sich um eine Biografie einer Sagengestalt aus dem Bündner Oberland.

Heinz Lüthi war jahrelang Mitglied des Cabarets Rotstift, jener lustigen Lehrertruppe, die in den 1970er- und 1980er-Jahren Dauergast im Schweizer Fernsehen und Radio war. Heute ist er Buchautor und legt mit seinem neusten Werk «Gion da Farglix - Annäherung an ein Bergtal» die Biografie der titelgebenden Sagengestalt aus dem Bündner Oberland vor. Am Dienstagabend war er zu Gast in der Buchhandlung Limmattal, wo ihn bekannte Gesichter willkommen hiessen.

Sagenumwobene Figur ausgegraben

Die Lesung in Dietikon war für Lüthi auch eine Rückkehr in seine alte Heimat. Im Limmattal schrieb er mehrere Bücher und unterrichtete lange Zeit in Weiningen. «Ich fühlte mich immer sehr wohl hier», sagte Lüthi am Abend der Lesung. «Und wo es mir wohl ist, schreibe ich Bücher.» Hans-Peter Wyss von der Buchhandlung Limmattal freute sich besonders über seinen Gast. «Das Buch entstand im Val Lumnezia, dem Nachbartal des Safientals, wo ich aufgewachsen bin», sagte er.

Lüthi brachte für die Lesung einige Kapitel seines neuen Buches mit. Er erzählte, wie der Bauernsohn Gion da Farglix im 19. Jahrhundert im Val Lumnezia, dem «Tal des Lichts», aufwuchs. Einem Bergtal im Bündner Oberland mit romanischer Bevölkerung. Lüthi erweckt die sagenumwobene Figur in seinem Buch erneut zum Leben, indem er seine Lebensgeschichte anhand von Fakten aus alten und verstaubten Dokumenten nachzeichnet.

Auch wollte er dem Leser das Tal näherbringen und liess das eine oder andere persönliche Erlebnis mit einfliessen. Der dritte Bestandteil des Buches widmet sich volkskundlichen und verkehrsgeschichtlichen Themen. «Da drückte wohl der Lehrer in mir durch», meinte er.

Gion da Farglix ist im Lugnez bis heute kein Unbekannter. 1892 wurde er beschuldigt, seinen eigenen Sohn mit einer Gewehrkugel tödlich getroffen zu haben. Da erstaunt es nicht, dass kaum als das Buch zu Ende geschrieben und die erste Lesung im Bündnerland einberufen wurde, das Medieninteresse riesig war. Und auch die Bündner Bevölkerung erschien zahlreich, um zu hören, was in ihrem Nachbartal damals vor sich ging.

Anfang war schwer

Was dabei keiner merkte: Lüthi hat sich mit dem Stoff ganz schön schwergetan. «Jahrelang habe ich es vor mir hingeschoben, mit dem Buch zu beginnen», sagte er. Doch als er sich dann einmal überwinden konnte, einen Anfang zu schreiben, begeisterte ihn die Geschichte immer mehr.

Begeistert von der Geschichte waren auch die Zuhörer in Dietikon. Ein Wunsch schien ihnen aber allen gemein: dass das Werk auf Rätoromanisch übersetzt wird. «Ich kann gerade einmal die Worte ‹Gute Nacht› sagen, da hört es aber schon auf», sagte Lüthi. Die Übersetzung müsste also ein anderer übernehmen.

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