Dietikon
Heilpädagogische Schule: Mehr Raum für 52 Kinder

Die Stiftung Solvita wird im Frühjahr die Heilpädagogische Schule umgebaut und erweitert haben. Der 2,54 Millionen Franken teure Umbau wird dazu führen, dass die HPS ihr Essen inskünftig selber kocht und nicht mehr vom Wohnheim in Urdorf bezieht.

Flavio Fuoli
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Die Heilpädagogische Schule hat bald mehr Platz. fuo

Die Heilpädagogische Schule hat bald mehr Platz. fuo

Limmattaler Zeitung

Die 1982 in Betrieb genommenen Gebäude der Heilpädagogischen Schule Dietikon (HPS) werden derzeit saniert. Mit Recht, wie Martin Ritter erklärt, der Geschäftsführer der Stiftung Solvita in Urdorf, welche die HPS betreibt. «Die Gebäude wurden für 42 Kinder konzipiert. Heute unterrichten wir 51 Kinder. Dafür musste der Architekt mehr Raum schaffen», sagte Ritter gegenüber der azLimmattaler Zeitung.

Er kann vermelden, dass die Stiftung mit dem Umbau auf Frühling 2011 fertig sein wird. Bis dahin ist noch die ehemalige Hauswartswohnung, wo sich heute die Schulleitung befindet, rollstuhlgängig auszubauen. Dafür wird eine Rampe eingebaut, womit dieser Gebäudeteil über das Schulgebäude erreicht werden kann. Derzeit sind noch Renovationsarbeiten in den Schulzimmern auszuführen, wie zum Beispiel warmes Wasser einziehen, mehr Licht installieren und die Böden auf Vordermann bringen.

Selber kochen mit Betriebsküche

Der Architekt hatte die Aufgabe, drei Hauptpunkte zu berücksichtigen: Renovation des bestehenden Gebäudes, Auflagen der Feuerpolizei und der Bildungsdirektion beachten sowie die steigende Anzahl von Schülerinnen und Schülern zu berücksichtigen. Auflagen umfassten etwa das Entfernen von Holzdecken in den Korridoren oder das selbstständige Führen einer Betriebsküche.

Der 2,54 Millionen Franken teure Umbau wird dazu führen, dass die HPS ihr Essen inskünftig selber kocht und nicht mehr vom Wohnheim in Urdorf bezieht. Sie erhielt eine Betriebsküche, für welche professionelles Kochpersonal gesucht wurde.

Weniger Geld vom Kanton

Die Stiftung nahm an, dass der Kanton 1,7 Millionen Franken an den Umbau bezahle. Die Stiftung hätte nur noch 840 000Franken daran geben sollen. Die neusten Zahlen sehen anders aus: Der Kanton zahlt aufgrund der Kubaturberechnung und der Anzahl Kinder laut Martin Ritter 1,2 Millionen Franken, womit der Stiftung über 1,3 Millionen Franken verbleiben, die sie selber zu tragen hat.

Ritter ist zuversichtlich, dass er das Geld auftreiben kann. 480 000 Franken verfügt er über zugesicherte Spenden. Der Rest wir die Stiftung übernehmen. «An Spenden sind wir immer dran», bestätigte er, «vor allem an Vergabestiftungen.» Er glaubt, den grössten Teil des Geldes über solche Institutionen auftreiben zu können.

Bei laufendem Betrieb gearbeitet

Die grössten Eingriffe an den HPS-Gebäuden wurden in den Sommer- und Herbstferien vorgenommen. Ansonsten erfolgten die Umbauarbeiten bei laufendem Betrieb. Dies sei mit viel zügeln verbunden gewesen. Die HPS habe Glück gehabt, dass man ein Haus in der Nachbarschaft habe mieten können. Es sei als Ausweichort genutzt worden. Längerfristig gebe das der Schule Optionen. Je nach Schülerzahl gebe dieser Umstand mehr Freiraum für die Planung.

Mehr Raum erhielt die Schule vor allem durch einen Anbau an der Westseite des Gebäudes. Über dem Luftraum des Esssaals entstanden ein Lehrer- und ein Vorbereitungszimmer. Das alte Lehrerzimmer wurde zum Therapieraum umfunktioniert. Auch die Schulküche konnte dank Anbau erweitert werden. Im Weitern entstand ein Ruheraum. Früher legte man im Essraum Matten auf den Boden, auf welchen die Kinder schliefen. Wie Ritter weiter ausführte, wurden auf jedem Stock auf den grossen Vorplätzen Zimmer als Gruppenräume abgetrennt.

Mehr individuelles Lernen

Der vom Dietiker Architekten Andreas Senn konzipierte Umbau soll der HPS ermöglichen, die Kinder besser individuell zu betreuen. Dank mehr Platz für Kleingruppen und mehr Therapieräumen soll dies besser machbar sein. Die Schule unterrichtet heute, anders als zur Gründungszeit, schwer mehrfachbehinderte Kinder. Dieser Tatsache soll der Umbau Rechnung tragen.

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