Metal-Fans haben eine ganz andere Vorstellung von Vorweihnachtszeit. Lichterketten, die über den Strassen funkeln oder geschmückte Tannenbäume gehören definitiv nicht dazu.

Viel mehr beginnt mit Anbruch des Winters für sie die Zeit der Heavy-Metal-Festivals: die wichtigste Plattform zum Meinungsaustausch innerhalb der Szene.

Bandshirts und Nieten-Gürtel

Dieses Jahr machten Metal-Band-Grössen aus der Schweiz, Deutschland, Schweden, Amerika und den Niederlanden das erste Mal Halt in Dietikon. Die Stadthalle bekam am Freitagabend Besuch von über tausend Metal-Heads, die gemeinsam unter dem Motto «Heavy X-mas» feierten. «Dietikon wurde ausgewählt, weil die Halle die richtige Kapazität hat und zum besagten Datum frei war», so der Veranstalter.

Für die metallische Bescherung in Dietikon haben sich die Besucher rausgeputzt. Obwohl schwarz die dominierende Farbe des Abends war, schafften es einige skurrile Köpfe aus der Masse herauszustechen. Durch T-Shirts mit Schriftzug oder Symbolik einer Band als Aufdruck, zeigten die Metal-Heads ihre subkulturelle Zugehörigkeit.

Aber auch Jeans- oder Lederwesten, auf denen die Metal-Fans ihre Aufnäher anbringen, waren ein gern gesehenes Kleidungsstück des Abends. Einige alte Rocker trugen auch bodenlange Ledermäntel und liessen ihre mittlerweile graue Haarpracht lässig darüber fallen.

Haar-Parade

So viel Haar ist wohl nur an Metal-Festivals anzutreffen. Viele Männer trugen ihre hüftlange Mähne zum Rossschwanz gebunden oder wild zerzaust. Und wenn das Haar auf dem Kopf kürzer ausfiel oder schon ausging, so wurde das Barthaar herangezüchtet und zu einem langen Zopf geflochten.

Die Frauen hingegen trauten sich, einen Teil ihrer Haare abzurasieren und die verbliebenen zusammenzubinden. Andere wiederum trugen ausgefallene Kurzhaarfrisuren.

Von Hardrock bis zu Grind Core gab es auf den beiden Bühnen in der Stadthalle alles zu hören. Wo an anderen Festivals das Applaudieren und Pfeifen Ausdruck der Begeisterung ist, rissen die Metal-Heads nach jedem Lied gemeinsam die Metal-Hand, auch genannt «Devil Horns» in die Höhe.

Obwohl die Musik ohrenbetäubend laut und so mancher Text nicht jugendfrei war  – die Stimmung unter den Besuchern war friedlich und heiter. Das Zusammensein unter Gleichgesinnten stand für die meisten Besucher an oberster Stelle.