Zurich Triathlon
Hauptsache, man kommt ins Ziel - drei Limmattaler Triathleten im Gespräch

Drei Limmattaler Triathleten starten am Samstag in Zürich mit unterschiedlichen Zielen über die olympische Distanz.

Michel Sutter
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Domenico Di Sevo Wohnort: Dietikon Alter: 49 Beruf: Automechaniker Lieblingsdisziplin: Rennen, aber Fahrradfahren liegt fast gleichauf. Grösster Erfolg: 3. Platz am Hüttwiler Triathlon. Wunschtriathlon: Ich würde gerne alle mal machen, Hawaii wäre natürlich cool.
Daniela Keller Wohnort: Birmensdorf Alter: 32 Beruf: Primarlehrerin Lieblingsdisziplin: Velofahren Grösster Erfolg: Zürich ist erst der zweite Triathlon meiner «Karriere», insofern kann ich das nicht sagen. Wunschtriathlon: Ich würde gerne einmal am Halbironman in Rapperswil teilnehmen.

Zur Verfügung gestellt

An diesem Sonntag wird in Zürich der wohl bekannteste Triathlon des Landes ausgetragen: der Ironman Switzerland. Doch viele Triathletinnen und Triathleten werden schon am Samstag stark ins Schwitzen kommen. Dann findet der Zurich Triathlon über die Kurzdistanz und die olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Rad, 10 Kilometer Laufen) statt. Weit über 1000 Athletinnen und Athleten haben sich für eine der beiden Disziplinen angemeldet. Mit dabei sind auch drei Limmattaler. Sie starten für den Limmattaler Triathlonclub Tri Team Limmattal, der mit insgesamt sieben Athletinnen und Athleten beim Triathlon über die olympische Distanz vertreten ist.

Triathlon im Überblick

Ein Triathlon kann über vier verschiedene Distanzen absolviert werden. Die kürzeste Form, auch «Volkstriathlon» genannt, umfasst 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Fahrradfahren und 5 Kilometer Laufen. Dann folgt die olympische Distanz, bei der die Athletinnen und Athleten 1,5 Kilometer schwimmen, 40 Kilometer Rad fahren und 10 Kilometer laufen. Die Mitteldistanz, in der Ironman-Serie auch als Halbironman bezeichnet, beinhaltet 2 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen. Und bei der Langdistanz schliesslich, die einem Ironman entspricht, stehen 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen auf dem Programm. (msu)

Einer von ihnen ist Remo Weber. Der Unterengstringer hat schon an mehreren Triathlons über die olympische Distanz teilgenommen. Für ihn ist der im Vergleich zum Ironman deutlich kürzere Wettkampf optimal: «Man ist einige Zeit unterwegs, dennoch ist das Ziel während des gesamten Wettkampfes präsent und irgendwie greifbar.» Am Zurich Triathlon macht er mit, weil dieser sozusagen vor seiner Haustür stattfindet: «Das ist für mich Motivation genug.» Seinen ersten Triathlon absolvierte der 37-Jährige vor rund drei Jahren. Seitdem ist er «angefressen» von diesem Sport, wie er es ausdrückt. Bis vor einem Jahr hat er ein- bis dreimal pro Woche trainiert, doch mittlerweile sind es sechs Trainings: zwei Einheiten Schwimmen, eine Einheit Intervalltraining Laufen, eine Einheit Wechseltraining mit Laufen und Radfahren, ein Lauftraining und ein langes Fahrradtraining.

Domenico Di Sevo hingegen musste in diesem Jahr mit dem Training zurückstecken. Der Dietiker litt an einer Knochenhautentzündung und war rund ein halbes Jahr verletzt. Vor knapp drei Wochen startete er am Ironman in Frankfurt, doch in Zürich, wo er letztes Jahr ebenfalls den Ironman absolviert hatte, nimmt er diesmal mit der kürzeren Distanz vorlieb. «Innert so kurzer Zeit erneut an einem Ironman teilzunehmen, wäre stupid», findet der 49-Jährige, der die kürzere Distanz allerdings nicht unbedingt als Vorteil sieht: «Man muss viel mehr Gas geben, weil das ganze Feld schneller unterwegs ist.» Doch für Di Sevo steht ohnehin nicht eine schnelle Zeit im Vordergrund. «Wichtig ist für mich, dass ich den Triathlon beenden kann», sagt er. «Und ich möchte Spass haben.»

Schwimmen als Schwäche

Das will auch Daniela Keller. Die 32-Jährige hat erst letztes Jahr mit dem Triathlon begonnen und an einem Wettkampf über die Kurzdistanz teilgenommen, sich dann aber verletzt. Deshalb hat die Birmensdorferin in diesem Jahr noch keinen Wettkampf bestritten. «Ich konnte ein Jahr lang nicht mehr richtig rennen», sagt sie. «Daher wäre die Ironman-Distanz für mich noch zu viel.» Die olympische Distanz mit 40 Kilometer auf dem Fahrrad und 10 Kilometer zu Fuss erscheinen ihr hingegen «weder zu kurz noch zu lang», wie sie sagt. Das Schwimmen werde für sie allerdings zur grössten Herausforderung. «Das ist meine schwächste Disziplin», verrät Keller, «denn ich habe erst vor anderthalb Jahren begonnen, richtig dafür zu trainieren.»

Um sich im Wasser besser zu bewegen, besucht sie seit Mai dieses Jahres das Schwimmtraining des Tri Teams Limmattal. «Zudem gehe ich pro Woche noch zusätzlich zweimal schwimmen.» Auch auf dem Fahrrad war Keller in diesem Jahr schon einige Male unterwegs, nur mit dem Lauftraining hat es aufgrund ihrer Verletzung noch nicht so geklappt wie gewünscht. Deshalb bleibt sie bescheiden: «Schön wäre für mich, den Triathlon ohne Schmerzen zu beenden und eine Zeit unter drei Stunden zu erreichen.»