Gefängnisausbruch Limmattal

Hassan K. über die Flucht: «Wir wollten immer in die Schweiz zurück»

Aus der Einvernahme von Hassan K. werden weitere Details publik: So sollen mehrere Bekannte das Ausbrecherpaar mit Geld versorgt haben. Auch sei der verurteilte Sexualstraftäter bei der Festnahme in Italien blutig geschlagen worden.

Nachdem bereits am Freitag Details zur Flucht aus den Protokollen der Einvernahme von Hassan K. publik wurde, veröffentlicht der "Blick" erneut Einzelheiten. Das Verhältnis zwischen der Aufseherin und dem Häftling soll im Gefängnis bereits vor der Flucht bekannt gewesen sein. So haben fast alle Mitarbeiter und Vorgesetzte Bescheid gewusst. Unter den Mithäftlingen sei Angela M. sogar scherzhaft "Frau Kiko" genannt worden. Hassan K. will davon aber nichts gewusst haben.

Am Tag der Flucht, die in der Nacht vom 8. auf den 9 Februar geschah, hat der verurteilte Sexualstraftäter erst kurzfristig vom Plan der Aufseherin erfahren. Nachdem er sie mehrmals darum gebeten hatte, ihn freizulassen, soll sie kurz vor 21 Uhr "okay, heute" gesagt haben, wie der "Blick" schreibt. Um 22 Uhr ruft Hassan K. mit Angelas Mobiltelefon, dass sie ihm zuvor zugesteckt hatte, einen Freund an, der ihn über ein Haus in Italien informierte, wo sie sich verstecken könnten.

Hier versteckte sich das Flüchtlingsduo

Hier versteckte sich das Flüchtlingsduo

Die italienische Polizei veröffentlichte Fotos, die das Haus zeigen, in dem sich Angela Magdici und Hassan Kiko versteckt hatten.

In Italien stellte sich jedoch heraus, dass der Kollege gar kein Haus besitze. Hassan kontaktiert eine weitere Adresse, die ihm einer der beiden Fluchthelfer kurz vor der Grenze übergeben hatte. Dieser kennt die Vergangenheit der Flüchtigen nicht. "Ich glaube, er dachte, dass ich sie heiraten wollte und ihre Familie das nicht wollte", zitiert der "Blick" Hassan K.

Bekannte schickten Geld und Zigaretten

Daraufhin habe er dem Paar eine Wohnung im Nachbardorf Romano di Lombardia besorgt, welche monatlich 500 Euro Miete kostete. Hier versteckte sich das Ausbrecherpärchen, bis sie am Karfreitag von einer Sondereinheit der italiensichen Polizei festgenommen wurden. Nach Hassans Aussage haben die Italiener in geschlagen, bis er Blut gespuckt habe. Selbst eine Pistole hätten sie ihm an den Kopf gehalten und gefragt, ob sie schiessen sollen.

Angela Magdici spricht über ihre Flucht

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Exklusiv im TalkTäglich spricht die 33-Jährige über die Hintergründe des Gefängnisausbruchs, ihre Motive und die Liebe zum Flüchtling Hassan Kiko.

Während die beiden in Italien ausharrten, haben sie jedoch immer ein anderes Ziel vor Augen gehabt. "Glauben Sie mir, wir wollten immer in die Schweiz zurück", sagte Hassan bei der Einvernahme gemäss "Blick". 

Um über die Runden zu kommen, haben sie von Bekannten finanzielle Unterstützung erhalten. So habe Hassans Cousin rund 1000 Franken aus Österreich gebracht. Zwei Rumänen aus der Schweiz haben ebenfalls Geld geschickt sowie Kleider und Zigaretten. Auch die Fluchthelfer hatten ihnen vor der Grenze Geld zugesteckt. Das Ausbrecherpaar hatte selbst nur 1420 Franken dabei, 120 von Hassan, 1300 Franken von Angela.

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