Schlieren
Harmonie Schlieren: Der «Orient Express» machte Halt im Limmattal

Das Galakonzert des Musikvereins Harmonie Schlieren entpuppte sich als Zugfahrt von Istanbul nach Wien. Dieses Jahr vergisst das Publikum schon nach wenigen Minuten, dass es sich in Schlieren und nicht auf der Reise mit dem Orient Express befindet.

Anina Gepp
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Konzentriert spielen die Musikerinnen und Musiker Klarinette.jpg
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Tobias Zwyer hatte sein Orchester im Griff.jpg
Schaffner Christoph Bühler führte durch das Programm.jpg
Der Orient Express liess bei jeder Destination eine Rauchwolke aufsteigen.jpg
Galakonzert des Musikvereins Harmonie Schlieren
Die Tambourengruppe aus Zürich mimte die Küchenmannschaft des Orient Express.jpg

Konzentriert spielen die Musikerinnen und Musiker Klarinette.jpg

Limmattaler Zeitung

«Nächster Halt, Istanbul», ruft der uniformierte Schaffner Christoph Bühler durch die Abteile des Zuges Orient Express und bläst kräftig in seine Trillerpfeife. Neben ihm steigt eine riesige Dampfwolke empor und hüllt die vorderen Zuschauerreihen des Saalmensaals in Nebel.

Der Bühnenvorhang öffnet sich und zum Vorschein kommen die Musiker und Musikerinnen des Musikvereins Harmonie Schlieren und ihr Dirigent Tobias Zwyer. Das Orchester spielt als erstes Stück «Orient Express» von Philip Sparke und tritt gemeinsam mit dem Publikum die Zugreise quer durch Europa an.

Das Galakonzert im Salmensaal Schlieren ist für den Musikverein Harmonie Schlieren jedes Jahr der lang ersehnte Höhepunkt ihres Programms. Dieses Jahr vergisst das Publikum aber schon nach wenigen Minuten, dass es sich in Schlieren und nicht auf der Reise mit dem Orient Express befindet. Denn das Programm besteht nicht aus einer einfachen Aneinanderreihung von Stücken, sondern viel mehr aus einer Geschichte, welche die Harmonie erzählt.

Auf Sofia und Budapest folgt Wien

Von Istanbul fährt der Orient Express weiter nach Sofia. In der bulgarischen Hauptstadt spielt der Musikverein Harmonie Schlieren das Stück «Bulgarischer Tanz» von Bittmar Zbysek. Weiter geht es über Budapest nach Wien, wo das Orchester das Stück «An der schönen blauen Donau» von Johann Strauss spielt, ruft der Schaffner zur Billettkontrolle auf. Er spaziert durch das Publikum, knipst fleissig die Tickets und bringt das Publikum mit seinem Witz und Charme zum Lachen.

Im Jahre 1883 sei der Orient Express das erste Mal gefahren, erzählt der Schaffner des Zuges. Da es damals nur Speise- und Schlafwägen gegeben habe, sei das Essen sehr wichtig gewesen. «Für jedes Land hat es die passenden Köstlichkeiten gegeben. In Deutschland vor allem Süsswaren mit einer dicken Schicht Sahne», so der Schaffner.

Sogleich ertönte die Melodie vom Lied «Aber bitte mit Sahne» und es folgte ein Medley aus verschiedenen Deutschen Charthits wie «99 Luftballons» von Nena oder «Völlig losgelöst» von Peter Schilling.

Dann wird es Zeit, das Küchenteam persönlich kennenzulernen. Die Tambourengruppe Knabenmusik Zürich wirft sich mit Kochschürze und Kochmütze in Schale und betritt mit Trommelwirbel den Saal. Mit Schwingbesen und Messern spielen sie auf Pfannen eine rhythmische Kocheinlage.

Gäste steigen nicht aus

Bald aber schon naht das Ende der Reise und die Gäste wurden gebeten, den Zug zu verlassen. Der Orient Express fährt in Paris ein. Dazu spielt der Musikverein Harmonie Schlieren das Stück «Sous le ciel der Paris» von Hubert Giraud und Stef Minnebo. Wenn auch am Endbahnhof angekommen: Das Publikum denkt nicht daran, aus dem Orient Express auszusteigen und dankt dem Musikverein Harmonie Schlieren mit einer Standing Ovation.

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