Schlieren

Hans Streuli gibt Co-Präsidium der Wirtschaftskammer ab – so geht es jetzt weiter

Ganz gemäss dem Motto «Schliere lacht»: Nach der Generalversammlung im Stürmeierhuus gingen Hans Streuli (links) und Andreas Geistlich weiter ans Schlierefäscht. Die beiden haben die Wirtschaftskammer Schlieren lange gemeinsam geführt. Nun gibt Streuli sein Co-Präsidium ab und Geistlich ist neu Präsident.

Andreas Geistlich führt die Wirtschaftskammer Schlieren neu als Präsident. Elf Jahre lang waren er und Hans Streuli ein eingespieltes Duo.

Es war 2008 im Dietiker Pontonierhaus, als Hans Streuli nicht nur in den Vorstand der Wirtschaftskammer Schlieren, sondern gleich zum Co-Präsidenten gewählt wurde. Als Nachfolger von Fritz Krieg leitete er seither gemeinsam mit dem anderen CoPräsidenten Andreas Geistlich die Geschicke der Wirtschaftskammer. Sie vertritt die Interessen der Schlieremer Wirtschaft. Nun tritt Streuli ab, mitunter aus geschäftlichen Gründen, wie er an der Generalversammlung am Donnerstag im Stürmeierhuus sagte.

Zum Abschluss seiner Amtszeit gab es für ihn positive Nachrichten. Die Stadt erarbeitet nun gemeinsam mit der Wirtschaft eine Wirtschaftsstrategie. Eine solche war stets Streulis Forderung. «Ich bin dankbar und glücklich, dass dieses Anliegen endlich Gehör gefunden hat», sagte denn auch Geistlich in seinem Jahresbericht. Er ist neu nicht mehr Co-Präsident, sondern Präsident.

Auch als Hauptsponsor des Schlierefäschts engagiert

Als Höhepunkte in Streulis Amtszeit nannte Geistlich das 20-Jahr-Jubiläum der Wirtschaftskammer anno 2013 im Gasi-Museum sowie den Besuch des damaligen Bundesrats Johann Schneider-Ammann (FDP) bei der Wirtschaftskammer im Jahr 2014. Auch rief Geistlich Streulis Grosszügigkeit in Erinnerung: So war Streulis Unternehmen, die Ruf-Gruppe, auch schon Hauptsponsor des Schlierefäschts, insbesondere 2011, als es erstmals zehn Tage lang dauerte.

Streuli blickt gerne auf die Zeit im Wirtschaftskammer-Vorstand zurück. Die Zusammenarbeit sei «einmalig» gewesen. Er und Geistlich ergänzten sich. Wo sich Geistlich als Kantonsrat (FDP) in Diplomatie üben musste, konnte Streuli auch mal sehr direkt auf den Punkt kommen. «Er konnte immer das sagen, was ich als Politiker nicht konnte», sagte Geistlich, als er in der Versammlung auf die gemeinsame Zeit zurückblickte. «Manche Sachen habe ich etwas böser gesagt, dafür möchte ich mich im Nachhinein teilweise entschuldigen», sagte Streuli an der Versammlung, an der mitunter Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP) und Gemeinderatspräsident Walter Jucker (SP) zu Gast waren. Streuli bedankte sich auch für die Zusammenarbeit mit der Stadt: «Das geplante Wirtschaftsleitbild wird sicher eine gute Sache.» Und auch die Zusammenarbeit beim Schlierefäscht sei super gewesen.

Wahlen: gemeinsame Empfehlung mit den Dietiker Kollegen

Auch der Blick in die Zukunft gehört jeweils an die Versammlung der Wirtschaftskammer. Vor allen Dingen die nationalen Wahlen. Bei diesen empfiehlt die Wirtschaftskammer zusammen mit dem Industrie- und Handelsverein Dietikon die drei Kandidaten André Müller (FDP, Uitikon), Roger Bachmann (SVP, Dietikon) und Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon). Diese drei stünden für eine Wirtschaftspolitik ein, wie sie sich die Wirtschaftskammer Schlieren vorstelle, so Geistlich. Angesichts einer grünen Wende, sozialer Begehrlichkeiten, zunehmender Regeldichte und der Notwendigkeit vieler Infrastrukturinvestitionen werde es immer enger für den Staat und die Wirtschaft. «Unternehmerfreundliche Rahmenbedingungen und ein schlanker Staat» seien zwar altbekannte Schlagwörter. «Diese werden aber aktueller denn je», hielt Geistlich fest. Deshalb die Unterstützung der drei genannten Kandidierenden.

Die Unterstützung von Wiederkehr gab auch nach den Traktanden zu reden. So appellierte Rolf Wyssling, Co-Präsident der SVP-Bezirkspartei, an die Anwesenden, Josef Wiederkehr zu wählen. Man müsse ihn mit aller Kraft unterstützen, damit der bürgerliche Teil des Limmattals weiter in Bern vertreten sei. «Er könnte fast ein Freisinniger sein», meinte Geistlich. Danilo Follador, Urdorfer Gemeinderat und Präsident der CVP-Bezirkspartei, nahm Wysslings Votum zum Anlass, festzuhalten, dass es nur reiche, wenn man die ganze CVP-Liste einwerfe.

Die Wirtschaftskammer vertritt rund 7000 Arbeitsplätze

Die Wahlen sind aber bei Weitem nicht das einzige Politikum, das die Wirtschaftskammer umtreibt. «Es prallen beim Bahnhof zwei total verschiedene Philosophien aufeinander», sagte Geistlich hinsichtlich des Disputs, ob beim Schlieremer Bahnhof eine Begegnungszone (mit Tempolimit 20 km/h) oder eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird. «Wir von der Wirtschaftskammer werden klar Stellung beziehen für die Variante Tempo 30», sagte Geistlich. Auch die Revision der Bau- und Zonenordnung werde die Wirtschaftskammer eng verfolgen, um die Anliegen der Wirtschaft einfliessen zu lassen.

Die Wirtschaftskammer zählt 89 Mitglieder und vertritt rund 7000 Arbeitsplätze. Neben Geistlich als Präsident wurden in globo die folgenden Vorstandsmitglieder wiedergewählt: Roger Maneth, Sasa Stajic, Hans Kohler, Daniel Bruhin und Urs Maag.

Nach der Generalversammlung ging es für die Wirtschaftskammer weiter ins Schlierefäscht-Event-Zelt. Dort fanden sich über 200 Personen für den Comedy-Anlass «Lapsus meets business» ein, zu dem die Wirtschaftskammer, der Gewerbeverein Schlieren und die städtische Standortförderung gemeinsam geladen hatten.

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