Birmensdorf
Hans Egloff plaudert aus dem parlamentarischen Nähkästchen

In den Sessionsapéros will Nationalrat Hans Egloff (SVP) seinen Wählern erzählen, was er in Bern so macht. In Birmensdorf erhielt er Unterstützung von Kollege Gregor A. Rutz. Die Lacher hatte Egloff auf seiner Seite.

Sophie Rüesch
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Gregor Rutz und Hans Egloff.

Gregor Rutz und Hans Egloff.

Sophie Rüesch

Als Hans Egloff die rund drei Dutzend Besucher am Sessionsapéro im Gasthaus Sonne in Birmensdorf begrüsste, war von SVP-Nationalrat Gregor A. Rutz noch keine Spur auszumachen. «Er wird euch sagen, dass er noch eine Sitzung hatte. Das ist immer die beste Aurede», scherzte Egloff. Der wahre Grund für Rutz' Zuspätkommen sei aber viel profaner: Als frischgebackener Nationalrat sei er einfach noch nicht genug geeicht, um bei den Umtrünken in der Bellevuebar mithalten zu können - er habe wohl einen Kater.

Bevor Rutz doch noch auftauchte, begann Egloff alleine, anhand einiger ausgewählter Geschäfte von seinen persönlichen Höhepunkten und Tiefschlägen der Wintersession zu berichten. Zuerst skizzierte er aber einen typischen Tag im Leben eines Zürcher Nationalrats zu Sessionszeiten in Bern.

Typischer Tag eines Nationalrats

Er erzählte vom Dilemma, welche Geschenke man von Interessensgruppen annehmen dürfe, wie schwierig es sei, als Zürcher mit dem Berner Schneckentempo umzugehen, und davon, wie viel ein Sessionstag den Parlamentariern abverlange; wie das Hetzen von Apéro und Vortrag zu Sitzung zu Mittagessen zu Sitzung zu Vortrag und Apéro mit anschliessendem Nachtessen ermüden könne. Die Prophezeiung von Ex-Nationalrat Rolf Hegetschweiler, «dass man nach jeder Session eine Woche Ferien bräuchte», habe sich als wahr herausgestellt, gestand Egloff lachend ein.

Die Sessionsapéros führt Egloff durch, um seine Wähler und Wählerinnen zum Geschehen in Bundesbern auf dem Laufenden zu halten. «Ich habe schliesslich einen Wählerauftrag», so Egloff, und die Leute, die für ihn gestimmt haben, hätten ein Recht, zu erfahren, was er in Bern so treibt. «Es ist auch eine gute Gelegenheit, den Finger an den Puls zu halten», so Egloff weiter. An den Apéros wolle er herausspüren, was den Besuchern auf dem Herzen liegt und diese Begehren in seine Arbeit im Nationalrat einfliessen lassen.

Jeden ersten Samstag nach der Session veranstaltet Egloff in wechselnden Gemeinden des Bezirks Dietikon einen solchen Apéro für die jeweiligen Ortssektionen der SVP. «Es ist wichtig, dass wir verschiedene Gemeinden besuchen, da Hans Egloff schliesslich das ganze Limmattal vertritt», meinte SVP-Bezirkspartei-Präsident Pierre Dalcher, der die Sessionsapéros mitorganisiert.

Dialog mit der Wählerschaft

Die Informationsveranstaltungen seien auch eine Gelegenheit, sich für das Vertrauen in ihn zu bedanken. «Ich spüre über die Parteigrenzen hinaus grosse Unterstützung und Sympathien - aber auch Erwartungen», so Egloff. Ob er diese erfüllt, finde er nur heraus, wenn er im Dialog mit seiner Wählerschaft bleibt. Deshalb folgt bei den Veranstaltungen jedem Vortragsblock auch ein Apéro, bei dem die Besucher direkt mit ihm sprechen können.

Und was beschäftigte Egloff denn nun in der vergangenen Wintersession? Seine Erörterungen über die Auszählpannen im Ständerat sorgten für einiges Gelächter. Gefreut habe er sich über die «endgültige Versenkung der Verfassungsgerichtsbarkeit», während die IV-Revision für ihn ein Tiefschlag war. Besondere Höhepunkte seien für ihn Ueli Maurers «unter den gegebenen Umständen sehr gute» Wahl zum Bundespräsidenten gewesen sowie der Eintritt von Gregor A. Rutz, der für Bruno Zuppiger nachrückte und an dieser Wintersession seinen Einstand hielt.

Von seinen ersten Eindrücken im Nationalrat berichtete Rutz dann gleich selber. Er erzählte, wie das Anliegen der direkten Bundesratswahl voranschreite - «es wird eine schwierige Abstimmung» - und gab den Besuchern eine «Lektion in Staatskunde», als er über die Abstimmung über die Kantonsverfassung des Kantons Schwyz berichtete.
Eine Frage war am Schluss noch zu beantworten: Wieso kam Rutz denn nun wirklich zu spät? «In Birmensdorf gibts ja keine Parkplätze», regte er sich künstlich auf, um dann abzuwinken und zu sagen: «Ich hatte noch eine Sitzung.» Diese Antwort wurde dann erwartungsgemäss mit viel Gelächter, inklusive Egloffs, quittiert.

Der nächste Sessionapéro findet am 23. März 2013 in Oberengstringen statt.