Herr Egloff, Sie haben die Wiederwahl komfortabel geschafft. Haben Sie am Schluss trotzdem noch ein bisschen zittern müssen?

Hans Egloff: Ich glaube, dass ich die Versprechungen, die ich vor vier Jahren gemacht habe, gehalten habe: Ich habe mich in Bern für die Interessen meiner Partei, der Hauseigentümer und des Limmattals engagiert. Ich durfte also davon ausgehen, dass ich wiedergewählt werde. Wobei: Gewählt ist man immer erst, wenn fertig ausgezählt ist. Eine Restunsicherheit gibt es immer und ein bisschen nervös ist am Morgen des Wahlsonntags wohl jeder Kandidat.

Dass der Bisherigen-Bonus nicht für alle ein Bonus war, hat sich gerade am Beispiel Ihrer Partei, der SVP, gezeigt. Sind Sie mit dem Gesamtresultat der Zürcher SVP zufrieden?

Das Zulegen beim Wähleranteil und der Gewinn eines Sitzes erfreuen mich natürlich. Interessant ist, dass die Zürcher SVP-Nationalratsdelegation nun aus sechs Bisherigen und sechs Neuen besteht. Nicht überrascht hat mich das gute Abschneiden von Roger Köppel und Hans-Ueli Vogt; dass mit Hans Schibli, Christoph Mörgeli und Hans Fehr gleich drei Bisherige deutlich abgewählt wurden, hingegen schon.

Freuen Sie sich trotzdem auf die neuen Kollegen?

Ja, frischer Wind tut immer gut. Die Neuen müssen sich nun natürlich erst Ihre Sporen abverdienen. Ich bin aber zuversichtlich, dass das allen gelingt. Apropos neue Kollegen: Meine Frau hat mich gerade noch auf etwas aufmerksam gemacht, das mich ehrlich gesagt etwas irritiert.

Was denn?

Dass ich mit meinen 55 Jahren nun der Älteste der neuen Zürcher SVP-Delegation bin (lacht). Aber im Ernst: Jede fünfte Frau und jeder sechste Mann im Kanton Zürich sind über 65 Jahre alt. Aus dieser Altersgruppe ist bei der SVP nun niemand mehr dabei.

Sie bleiben der einzige Limmattaler Nationalrat. Wie werden Sie sich künftig für die Region einsetzen?

Meine Schwerpunkte werden sich gegenüber der ersten Legislaturperiode nicht massgeblich verändern. Das Limmattal ist eine Boomregion; weitere Einwohner werden hierher ziehen wollen, auch die Zahl der Arbeitsplätze wird steigen. Nach der Stadt Zürich und dem Glattal ist das Limmattal die wichtigste Region des Kantons. Vor diesem Hintergrund bedaure ich es, dass ich weiterhin der einzige Limmattaler Nationalrat bin. Die Region ist und bleibt damit in Bern untervertreten. Es wäre schön gewesen, wenn ein zweiter oder gar dritter Nationalrat aus dem Limmattal dazugekommen wäre. Besonders leid tut mir, dass Josef Wiederkehr es nicht geschafft hat. Ganz aussichtslos ist es aber zum Glück nicht, dass er irgendwann doch noch den Zug nach Bern besteigen kann.

In die kommende Legislaturperiode fällt auch der Entscheid über die zweite Tranche der Bundesbeiträge für die Limmattalbahn – sofern die Vorlage am 22. November angenommen wird. Werden Sie für die Beiträge in Bern noch eifrig weibeln?

Anders als die Gegner der Bahn immer behaupten, ist es nicht so, dass diese Gelder auf irgendeine Weise infrage gestellt sind. Natürlich ist der Entscheid noch nicht endgültig gefällt. Doch Bundesrätin Doris Leuthard hat innerhalb der letzten sechs Monate drei Mal deutliche Bekenntnisse für die Limmattalbahn abgegeben. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass die Bundesbeiträge noch gefährdet werden könnten. Aber klar: Weibeln werde ich trotzdem, zuerst in meiner eigenen Fraktion, dann aber auch bei den anderen. Denn gewonnen hat man erst, wenn man gewonnen hat.

Ihre Partei ging als grosse Siegerin aus den Wahlen hervor. Freuen Sie sich auf die neue Legislatur mit veränderten Kräfteverhältnissen?

Bei all den neuen Gesichtern werden wir uns in der Fraktion erst einmal wieder finden müssen. Natürlich ist mir aber wohl beim Gedanken, dass die SVP nun die Möglichkeit hat, die Politik umzusetzen, die sie will.

Was hat für Sie nun oberste Priorität?

Es gibt vor allem zwei wichtige Anliegen aus Sicht der Hauseigentümer, für die ich mich einsetzen werde. Einerseits ist da meine Motion zum Eigenmietwert, die im Nationalrat knapp durchkam; vor der Behandlung im Ständerat muss ich aber noch einige Arbeit leisten. Zuversichtlich stimmt mich dabei, dass ich aus gut unterrichteten Kreisen gehört habe, dass der Bundesrat das Thema Anhörungsverfahren in Sachen Eigenmietwert bald vorbringen will – ein deutliches Zeichen, dass hier etwas geht. Zudem muss die Debatte zur Energiewende weitergeführt werden, deren Ergebnisse für die Hauseigentümer besonders wichtig sind. Diese beiden Themen geniessen bei mir vorerst oberste Priorität.