Limmattal
Hans Egloff: «Dieses Rating ist ein Tritt ans Bein»

Katerstimmung bei Nationalrat Hans Egloff (SVP) nach Parlamentarier-Rating. Der Limmattaler Vertreter im Nationalrat belegt den 228. von insgesamt 234 Plätzen.

Alex Rudolf
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Hans Egloff will seine Arbeitsweise im Parlament weiterhin pflegen.KEYSTONE/Marcel Bieri

Hans Egloff will seine Arbeitsweise im Parlament weiterhin pflegen.KEYSTONE/Marcel Bieri

Marcel Bieri

Bewertung der Parlamentarier: Hans Egloff unter den letzten 15

Der einzige Limmattaler Vertreter im Nationalrat schnitt im Parlamentarier-Rating der SonntagsZeitung schlecht ab. Hans Egloff landete auf dem 228. von insgesamt 234 Plätzen. Bei dem Rating ging es darum, die einflussreichsten Parlamentarier zu eruieren. Dies wurde anhand verschiedener Kriterien gemessen. Die Integration im Parlament wurde anhand der Mitgliedschaft in verschiedenen Gremien und Räten, aber auch anhand der Stellung innerhalb der Partei gemessen. Auch die Anzahl und das Gewicht von Vorstössen und Voten bei Debatten im Parlament wurden laut SonntagsZeitung berücksichtigt. Weiter spielten Medienpräsenz und die gesellschaftliche sowie ausserparlamentarische Präsenz eine Rolle für das Rating.

Herr Egloff, Nervt es Sie, dass Sie beim Parlamentarier-Rating der «SonntagsZeitung» den 228. von insgesamt 234. Plätzen belegen?

Hans Egloff: Dieses Rating hat mich in der Tat geärgert. Man darf solche Sachen natürlich nicht überbewerten. Es kommt immer auch auf die Kriterien an, auf denen ein solches Ranking basiert.

Finden Sie, dass die falschen Kriterien ausgewählt wurden?

Sie hätten sicherlich ergänzt oder verfeinert werden können.

Wie meinen Sie das?

Beispielsweise war ich überrascht, dass ich in der Kategorie «Medienpräsenz» auf dem 184. Platz landete. Ich glaube nicht, dass viele meiner 245 Kollegen in der Bundesversammlung während der vergangenen zwei Jahre zwei Mal zuvorderst in der Arena auftreten durften. Diese Sorte Medienpräsenz wurde offenbar nicht hoch gewichtet.

Aber auch Ihre Voten scheinen nicht sonderlich erfolgreich zu sein. Bei dieser Kategorie landeten Sie auf dem 219. Platz.

Bisher war ich am nationalrätlichen Rednerpult, wenn ich als Kommissionssprecher fungierte. Ich bin der Meinung, dass man sich im Rat auf die Voten beschränken sollte, die etwas zur Meinungsbildung beitragen. Dass diejenigen, die sich ständig lauthals zu Wort melden, die besseren Politiker sind, glaube ich nicht.

Werden Sie sich nun trotzdem häufiger zu Wort melden im Nationalrat?

Wenn das der Massstab ist, dann werde ich mich künftig auch an diesem messen lassen müssen und des Öfteren ans Rednerpult treten.

Von allen im Jahr 2011 gewählten Zürcher Nationalräten schneiden Sie dennoch am schlechtesten ab.

Ja. Aber ich weiss nun, was zu tun ist, um in diesem Ranking besser abzuschneiden.

Was?

Ein Politiker scheint in den Augen der Medien nur dann erfolgreich zu sein, wenn er dem Aktivismus verfällt und viele Vorstösse einreicht. Das ist schade. Nehmen wir meinen Vorstoss zur Besteuerung des Eigenmietwertes als Beispiel. Diesem gingen wochenlange Recherchen voraus. Diese Arbeitsweise werde ich weiterhin pflegen.

Streben Sie in zwei Jahren also einen der vorderen Plätze an?

Das kann ich gar nicht. Für die SonntagsZeitung ist es beispielsweise wichtig, dass man Parteiämter bekleidet. Wegen meiner zeitintensiven Tätigkeit als Präsident des Hauseigentümerverbandes ist dies gar keine Option für mich.

Das Medienecho auf dieses Rating ist gross. Sorgen Sie sich um Ihre Wiederwahl in zwei Jahren?

Nein. So weit gehe ich nicht. Das Rating ist aber ein Tritt ans Bein.

Appellieren Sie an die «SonntagsZeitung», das Bewertungssystem zu überdenken?

Ein Stück weit. Viele Parlamentarier können auch in anderen Bereichen Qualitäten offenlegen.

Wo liegen Ihre?

Ich konnte in den vergangenen zwei Jahren ein ausgezeichnetes Netzwerk in Bern und darüber hinaus aufbauen. Beispielsweise berief mich der Bundesrat in die Expertenkommission zum Thema Erdbebenversicherung. Über solche Gremien habe ich viel mehr Einfluss, als wenn ich einen Vorstoss einreiche.