Mit seinem Urteil hat das Zürcher Obergericht einen Automechaniker aus dem Bezirk Dietikon wegen umfangreichen Handels mit Marihuana zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Dies abzüglich von 120 Tagen, die der Schweizer schon in der Untersuchungshaft verbracht hat.

Weiter wurde der teilgeständige Grossdealer dazu verpflichtet, dem Kanton Zürich für den unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil 340000 Franken zu bezahlen. Das Obergericht liess zudem über eine halbe Million Franken des Beschuldigten als beschlagnahmt einziehen.

Strafe leicht gesenkt

Mit dem am Mittwoch eröffneten Entscheid haben die Oberrichter ein erstinstanzliches Urteil des Bezirksgerichts Zürich im Wesentlichen bestätigt, die Strafe dabei jedoch leicht gesenkt. Das Bezirksgericht hatte im Oktober 2013 den Beschuldigten noch zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Zudem kassierte er eine unbedingte Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 220 Franken. Nicht zuletzt sollte er für den unrechtmässig erzielten Vermögensvorteil von 380000 Franken dem Kanton Zürich abliefern.

732000 Franken Umsatz erzielt

Da das Zürcher Obergericht das Urteil nur im Dispositiv eröffnet hat, sind die Gründe für die Strafreduktion nicht klar. Ebenso wenig wird daraus ersichtlich, warum die Oberrichter neu auf eine zusätzliche Geldstrafe verzichtet haben.

Der zuständige Staatsanwalt hatte anlässlich der Prozesseröffnung von einem «Capo» der Zürcher Marihuana-Szene gesprochen. So hatte der einschlägig vorbestrafte Beschuldigte zusammen mit mehreren Komplizen zwischen Ende 2009 bis zum August 2012 in Zürich, in Oberglatt und in Dinhard gleich drei professionell eingerichtete Indoor-Hanfplantagen betrieben und rund 130 Kilogramm Marihuana verkauft. Dabei erzielte er einen beachtlichen Umsatz von 732000 Franken. Es war am 2. August 2012, als die Polizei ihn festnahm und in einer Liegenschaft in Dinhard über 1000 Hanfpflanzen sicherstellte.

Viereinhalb Jahre Knast gefordert

Am Berufungsprozess hatte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verlangt, verbunden mit einer unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 108 000 Franken sowie einer Ersatzforderung von 600000 Franken. Der Verteidiger setzte sich für einen bedingten Freiheitsentzug von 20 Monaten ein, verbunden mit einer Geldstrafe von 14000 Franken sowie einer Ersatzforderung von 68 400 Franken. Beide Parteien drangen mit ihren Anträgen nicht durch.