Dietikon

Hanf-Anbauer wurde nach Ausgeben seines Gewinns verhaftet – muss seine zwei Häuser abgeben

Eine ausgehobene Hanf-Indooraufzucht: Ein Betreiber einer Dietiker Anlage muss seinen Gewinn zurückzahlen.

Eine ausgehobene Hanf-Indooraufzucht: Ein Betreiber einer Dietiker Anlage muss seinen Gewinn zurückzahlen.

Mit zwei Indoor-Anlagen hat ein 53-jähriger Mann einen Gewinn von 220'000 Franken erzielt. Das Geld hat er verjubelt – nun wird der Staat seine beschlagnahmten Gebäude verkaufen. Das Bezirksgericht Dietikon verurteilt den Mann zu einer bedingten Strafe.

Der Verurteilte sieht seine Zukunft eher in Thailand als in der Schweiz, dies allenfalls in seinem gelernten Beruf als Elektriker. Deshalb werde er wahrscheinlich in fünf Jahren nicht mehr in Dietikon wohnen, sagte er vor dem Bezirksgericht Dietikon. Konkretere Aussagen zu seiner Zukunft und zu seinen Zielen vermochte Gerichtspräsident Stephan Aeschbacher dem Beschuldigten trotz mehrmaliger Nachfragen nicht zu entlocken.

In der rund zwei Stunden dauernden Verhandlung wurde der Angeklagte im abgekürzten Verfahren verurteilt. Dies, weil er gegenüber den Untersuchungsbehörden alle ihm vorgeworfenen Taten zugegeben hatte und auch mit dem Urteilsvorschlag der Staatsanwaltschaft einverstanden war. Dies bestätigte er eingangs der Gerichtsverhandlung noch einmal.

Der Verurteilte hatte in Dietikon in zwei Liegenschaften zeitgleich zwei Indoor-Hanfanlagen betrieben. Dies «zur Gewinnung von berauschendem Marihuana», wie es in der Anklageschrift heisst. Ausgerüstet war der Mann gut; um die Blüten zu trocknen verfügte er über Pflanzentische sowie Beleuchtungs-, Belüftungs-, Bewässerungs- und Trocknungsanlagen. Bei der Durchsuchung der beiden Liegenschaften im Juli 2019 hat die Polizei unter anderem 524 Hanfpflanzen und 200 abgeerntete Pflanzentöpfe sichergestellt. Mit dem Verkauf der über 72 Kilogramm Drogen hatte der 53-Jährige rund 220'000 Franken Gewinn erwirtschaftet.

Mit dem vielen Geld hatte er seinen aufwendigen Lebenswandel im Drogen- und Rotlichtmilieu finanziert, wie er vor Gericht zugab. Inzwischen ist davon aber nichts mehr vorhanden. Deshalb wurden zwei Liegenschaften beschlagnahmt, die dem Plantagenbetreiber gehö­ren. Falls er die 220'000 Franken seines unrechtmässigen Gewinns nicht zurückzahlen kann, werden die Wohnungen, eine in Dietikon und eine im Berner Mittelland, verkauft.

Weitere Verstösse wegen Schlagring und Auto

Im Weiteren hatte der Schweizer einen Schlagring importiert und damit gegen das Waffengesetz verstossen. Zudem wurde er 2020 erwischt, als er mit einem Auto in Dietikon unterwegs war, obwohl er keinen Fahrausweis besitzt. Dieser war ihm bereits 2008 auf unbestimmte Zeit entzogen worden.

Als Quittung für all diese Missetaten verurteilte das Gericht den Täter zu 22 Monaten Freiheitsentzug. Zudem muss er seinen Gewinn von 220'000 Franken zurückerstatten, Bussen zahlen und die Verfahrenskosten übernehmen. Die Freiheitsstrafe wurde ihm mit einer Bewährungsfrist von drei Jahren bedingt erlassen.

Gerichtspräsident Aeschbacher machte den Mann darauf aufmerksam, dass er die 22 Monate absitzen müsse, wenn er sich während der Frist etwas zuschulden lassen komme. Abschliessend erhielt auch der Verteidiger des Beschuldigten einen Tipp mit auf den Weg: Angesichts seiner beachtlichen Telefon-Gesprächsgebühren in der Spesenrechnung riet ihm Gerichtspräsident Aeschbacher, doch ein Telefonabonnement abzuschliessen.

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