Letzte Woche war es ein grosses Gesprächsthema: Das Handy-Verbot, das das Bauunternehmen Implenia seinen Lehrlingen auferlegt. Luzia Montandon, Sprecherin von Implenia, sagt auf Anfrage: «Diese Vorschrift gilt für unsere Lehrlinge schon seit einigen Jahren, egal ob im Büro oder auf dem Bau.» Natürlich sei aber gerade die Sicherheit auf der Baustelle ein wichtiger Grund für diese Vorschrift.

Implenia ist das grösste Baudienstleistungsunternehmen der Schweiz und bietet hierzulande über 200 Lehrstellen an, wie Montandon sagt. Deswegen sei es nötig, entsprechende Richtlinien herauszugeben. Selbstverständlich gäbe es für die Benutzung des Handys dennoch Ausnahmen, so müsse ein Lehrling in bestimmten Fällen erreichbar sein. Das werde aber jeweils im Vorfeld abgeklärt.

Kein Thema für kleine Betriebe

Im Limmattal gehört die Josef Wiederkehr AG in Dietikon zu den grossen Firmen dieser Branche. Sie beschäftigt derzeit acht Lehrlinge in der Bauunternehmung. «Wir haben für die Lernenden während der Arbeitszeit grundsätzlich ein Handy-Benutzungsverbot, welches wir jedoch pragmatisch handhaben», sagt Geschäftsführer Remo Vanzo. In erster Linie wolle man Unfälle aus Unachtsamkeit vermeiden. Man habe mit dieser Regelung bislang nur positive Erfahrungen gemacht.

Bei kleineren Unternehmen in der Region scheinen explizite Vorschriften zur Handy-Benutzung bei Lehrlingen kein Thema zu sein. Etwa bei der Richi AG in Weiningen, die vier Baumaschinenlehrlinge beschäftigt. «Wir sind mit unseren Stiften immer zusammen, daher wissen wir, was sie gerade tun», sagt Werkstattchef Herbert Stutz. Würden seine Lehrlinge zur Arbeitszeit mit dem Handy rumspielen, wäre das selbstverständlich nicht erlaubt. «Sie müssen allerdings telefonisch erreichbar sein, wenn sie mit dem Firmenwagen unterwegs sind», so Stutz.

Auch bei der Paul Brunner AG in Dietikon hält man das Handy-Verbot in ihrem Fall für unnötig – vor allem deshalb, weil dort nur zwei Lehrlinge als Maurer ausgebildet werden. «Bei uns ist ein explizites Verbot daher kein Thema», sagt Jürg Brunner, der mit seinem Bruder die Firma leitet. Er habe aber bereits einmal einen Lehrling auf der Baustelle dabei erwischt, als dieser das Handy offenbar interessanter fand als die Arbeit. «Eine klare Zurechtweisung kann Wunder wirken», so Brunner. Doch das komme selten vor; man mache in der Regel gute Erfahrungen.

Kein Verbot in der Schule

Generell ist das Handy, beziehungsweise der Umgang damit, ein grosses Thema, egal in welcher Branche, wie Ueli Schmid, Leiter der Berufswahlschule Limmattal (BWS), auf Anfrage sagt. «Ein Verbot ist bei einem Bauunternehmen wegen der Sicherheit angebracht», so Schmid. Aber natürlich sei klar, dass heute in vielen anderen Berufen Handys oder Tablets dazugehören. Der vernünftige Umgang will aber gelernt sein. In der BWS können das die Schülerinnen und Schüler direkt im Projektunterricht lernen.

Dort werden sie zusätzlich darauf aufmerksam gemacht, welche weiteren Risiken von den sozialen Medien ausgehen. «Im Unterricht selbst bleibt das Handy in der Regel ausgeschaltet, es sei denn, es wird zur Recherche benötigt», so Schmid. Ein Verbot gibt es nicht. Auch Susanne Krähenbühl, Leiterin Personalamt der Stadt Dietikon, setzt bei ihren Lernenden – rund 30 Jugendlichen – auf Eigenverantwortung: «Wir haben kein ausgesprochenes Verbot.» Trotzdem, das viel zitierte Handy-Verbot ist im Prinzip bereits im Gesetz verankert: Am Arbeitsplatz gilt die private Handy- sowie Internetnutzung nach Schweizer Arbeitsrecht grundsätzlich als Pflichtverletzung.