Mit zwei Jahren Freiheitsentzug bedingt sowie einer unbedingten Geldstrafe von 1800 Franken erhielt der vorbestrafte Portugiese eine allerletzte Chance.

Der Gerichtsvorsitzende verglich die Taten des heute 39-jährigen Portugiesen aus Schlieren anlässlich der Urteilseröffnung wortwörtlich als «halsbrecherische Höllenfahrt». Kein Wunder. So setzte sich der Beschuldigte in der Nacht auf den 12. April 2012 nach dem Konsum von mehreren Caipirinhas vor einer Bar im Zürcher Kreis 4 auf sein Motorrad und fuhr danach erheblich angetrunken in Richtung Schlieren. Dort raste er mit mindestens 1,24 Promille Alkohol im Blut bis zu 116 km/h über die Zürcherstrasse und überholte dabei ausgerechnet eine zivile Patrouille des Verkehrszugs Urdorf von rechts.

Wilde Verfolgungsjagd

Fest steht, dass die Verkehrsbeamten sogleich die Matrixleuchte einsetzten und den Verkehrssünder zum Anhalten aufforderten. Ohne Erfolg, da der Beschuldigte weiterraste und bei der Badenerstrasse nach rechts abbog und zurück nach Zürich Altstetten fuhr. Der Beschuldigte bolzte dabei mit seinem Motorrad der Marke Honda mit einem irrwitzigen Tempo mit bis zu 175 km/h (!) über die Bernstrasse in Richtung Zürich. Wobei er Sicherheitslinien überfuhr, andere Fahrzeuge bedrängte und wie lebensmüde über die Gegenfahrbahn blochte. Immer verfolgt vom Polizeifahrzeug, das die Wahnsinnsfahrt auf Video filmisch festhielt. Die wilde und halsbrecherische Verfolgungsjagd endete erst, als der Blaufahrer bei der Tramhaltestelle Aargauerstrasse in Zürich Altstetten schwer stürzte und sich dabei mehrfache Rippenbrüche sowie einen Fersenbeinbruch zuzog.

Zuerst Raubversuch geltend gemacht

Zunächst zeigte sich der einschlägig vorbestrafte Limmattaler nicht geständig. So hätten ihn die Insassen des ihn verfolgenden Fahrzeugs ausrauben wollen, zeigte er sich überzeugt. Nur deshalb sei er davon gefahren. Allerdings krebste er im Laufe der Verhandlung von dieser absurd anmutenden Behauptung zurück und einigte sich mit der Staatsanwaltschaft sowohl auf ein Geständnis als auch auf ein abgekürztes Verfahren.

Gefährdung des Lebens

Das Bezirksgericht Zürich segnete am Dienstag den von allen Parteien akzeptierten Urteilsvorschlag ab. Demnach wurde der einschlägig vorbestrafte Portugiese nicht nur wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand und grober Verletzungen von Verkehrsegeln, sondern auch wegen Gefährdung des Lebens zu einer gerade noch bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Hinzu kam eine unbedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken, also zu 1800 Franken. Das beschlagnahmte Motorrad liess das Gericht einziehen und zur Kostendeckung verwerten. «Ich habe meine Lehren aus dem Vorfall gezogen», versicherte der offenbar reumütige Beschuldigte zum Abschluss.