Dietikon
Hallenbad Luberzen: Bei der Diskussion stehen die Kosten im Fokus

Die mögliche Schliessung des Hallenbads Luberzen lässt die Emotionen in der Gemeinderatssitzung von Donnerstagabend hochgehen

Alex Rudolf
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Ist der Betrieb des 44 Jahre alten Hallenbad Luberzen noch gerechtfertigt? Die Meinungen gehen auseinander. Foto:Mario Heller/Themenbild

Ist der Betrieb des 44 Jahre alten Hallenbad Luberzen noch gerechtfertigt? Die Meinungen gehen auseinander. Foto:Mario Heller/Themenbild

Mario Heller

Das Schwimmbad Luberzen ist ein Zankapfel. Dies zeigte sich gestern bei der Diskussion über die stadträtliche Antwort auf Werner Hoggs (FDP) Interpellation. Dieser hatte sich nach dem technischen Zustand des Schwimmbades sowie nach dessen Nutzen und Wert für die Schule und die Bevölkerung erkundigt. Vor dem Hintergrund, dass im Finanzplan 2014 bis 2018 2 Millionen Franken für Sanierungsarbeiten aufgeführt sind, stellte sich die Frage, ob die Weiterführung des Badebetriebs im 44 Jahre alten Bauwerk sinnvoll ist. Die Schulpflege, die mit der Beantwortung betraut war, verwies darauf, dass man sich die Frage stellen müsse, ob sich Dietikon angesichts der angespannten Finanzlage zwei Hallenbäder und ein Freibad leisten könne. Allenfalls könnten die schulischen Schwimmstunden reduziert werden.

Für Stephan Wittwer (SVP) war der Fall klar. «Ich fordere die Stadt auf, das Hallenbad auf das Schuljahr 2016 zu schliessen und bis dahin keine Investitionen mehr zu tätigen», so Wittwer. Die Anzahl Schwimmstunden der Schule könne heruntergeschraubt werden – Dietikon bietet mehr als das geforderte Minimum. Olivier Barthe (FDP) pflichtete Wittwer bei: «Ein zweites Hallenbad neben dem Fondli liefert keinen Mehrwert, sondern verursacht nur Mehrkosten.» Martin Müller (DP) ortete gar Einsparungen in sechsstelliger Höhe, wenn auf das Hallenbad verzichtet wird.

SP und AL für das Hallenbad

Christiane Ilg (EVP) verwies auf die Integrationsleistungen des Luberzen: «Vom Baby- bis zum Seniorenschwimmen gibt es ein breites und wichtiges Angebot.» Daher solle man, bevor eine Schliessung diskutiert werde, den Dialog mit den Nutzern suchen.

Catherine Peer (SP) hielt fest, dass Dietikon noch immer eine Reppisch-- und Limmatstadt sei. «Es ist gut, wenn unsere Kinder schwimmen können». Das warme Wasser im Luberzen sei zudem prädestiniert für Sportarten wie Aquapower oder Rheumaschwimmen, anderswo in Dietikon könne man dies nicht ausüben. Neben der SP wird sich auch die AL für die Sanierung des Schwimmbades einsetzen, wie Ernst Joss im Anschluss sagte.

Lucas Neff (Grüne) hob hervor, dass in der Diskussion nur auf die Kosten geschaut werde. Kosten und Nutzen müssen aber fair und ausgewogen betrachtet werden.

Geldverbrennungsanlage und ökologische Dreckschleuder

Reto Siegrist (CVP) monierte, dass ihm eine Stellungnahme der Schule fehle. «Ist eine Reduktion der Schwimmlektionen sinnvoll und zielführend», fragte er in Richtung Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani (SVP). Dieser verwies darauf, dass die Schulpflege in ihrer Antwort die Schliessung aus finanzieller Sicht dargestellt habe. «Anzunehmen, dass dies automatisch die beste Lösung ist, wäre vorschnell.» Fest stehe, dass das Hallenbad eine Geldverbrennungsanlage und eine ökologische Dreckschleuder sei: «Etwas muss getan werden. Was das ist, gilt es zu diskutieren.» Das Bad auf 2016 zu schliessen, wie von Wittwer gefordert, sei aufgrund des laufenden Schuljahrs nicht möglich. Eine Reduktion der Anzahl Schwimmstunden sei bereits beantragt worden. Dadurch erwartet Balbiani immerhin Einsparungen in der Höhe von 60 000 Franken.