Dietikon

Halb Dietikon, so scheint es auf den ersten Blick, ist an der Sichlete anzutreffen

An drei Tagen wurde die traditionellen Sichlete gefeiert. Bereits für die Metzgete am Freitagabend standen die Besucher vor dem Eingang an.

An der Sichlete, so scheint es auf den ersten Blick, ist halb Dietikon anzutreffen: darunter Lokalpolitiker, Trychler sowie viele aktive Stadtmusiker. Weiter auch Mitglieder der «Guggi-Häxe» und der Trachtengruppe. Mittendrin feiert die Dietikerin Fabienne Dittli mit ihren Freunden am Samstagabend ihren 30. Geburtstag. Ein vereintes Dietikon feiert am Wochenende zum 41. Mal das traditionelle Erntedankfest auf dem Zentralschulhausplatz.

Während für zahlreiche Besucher Freitag- und Samstagabend zum Highlight werden, treffen sich andere bereits zur ruhigeren Mittagszeit: «Dieser Ort ist ein Treffpunkt für die Dietiker», bestätigt Noldi Binder, der selbst aus Schlieren gekommen ist. Gemeinsam zwei Dietikerinnen bestellt er die beliebte Bernerplatte zum Zmittag. Die drei sind sich nach dem Besuch einig, dass es sehr schade gewesen wäre, wenn der Anlass nicht weitergeführt worden wäre.

Nach 37 Jahren verzichtete die Trachtengruppe auf die Organisation der Sichlete. Neuer Schwung brachte der im Mai 2016 rund um den engagierten Dietiker Florian Hunsperger neugegründete Verein Sichlete Dietikon, der das Fest dieses Jahr zum vierten Mal organisierte. Am Samstagmorgen noch für die Feuerwehr im Einsatz, war er kurz später schon wieder für die Arbeit an der Sichlete bereit.

An der Metzgete, die seit 2018 am Freitagabend als Teil der Sichlete stattfindet, standen die Leute vor dem Eingang bereits um 18 Uhr Schlange. Am ersten Abend stehe jeweils das Essen im Vordergrund, sodass auch ruhigere Musik gespielt werde, so Hunsperger. In diesem Jahr spielte die Kapelle Alpstein auf. «Blutwurst, Leberli und Rösti standen auf dem Speiseplan», erzählt Küchenchef Othmar Gut, der als Metzger von vielen Freunden «Wurschter» genannt wird. Dazu wurden lokale Getränke wie Most der Familie Bräm und Dietiker Cider angeboten.

Auch bei den Helfern ist die Sichlete sehr beliebt: Über 200 Mitglieder zählt der Verein. «Wir organisieren jeweils im Sommer ein Helferessen und können dann bereits 70 Prozent der Schichten abdecken», so Hunsperger. Die Stadt Dietikon liess sich zum Wahlsonntag etwas Spezielles einfallen. Jede Person, die ihre Wahlunterlagen im Stadthaus abgab, erhielt einen Kaffee an der Sichlete spendiert. Deshalb wurden die Türen der Sichlete am Sonntag bereits um 10 Uhr und damit eine Stunde früher als üblich geöffnet.

Nachdem das junge Team den Anlass vor drei Jahren von der Trachtengruppe Dietikon übernommen hatte, wurde auch manches modernisiert: «Ich wollte nicht, dass die Sichlete nicht mehr stattfinden kann. Es ist wichtig, dass sie erhalten bleibt. Wir wollen Modernes mit Tradition verbinden», sagt Hunsperger. Neu konnte dieses Jahr mit Twint bezahlt werden.

Verwandte Themen:

Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

Meistgesehen

Artboard 1