Der Bundesrat, der Kanton Zürich und die Gemeinde Weiningen sollen an den Verhandlungstisch. Das Ziel: die Einigung auf eine allgemein verträgliche Lösung im Streit um die von
der Limmattaler Gemeinde geforderte Überdachung des Gubristportals. Dies fordert die Verkehrskommission in einer entsprechenden Motion, die sie gestern mit 16 zu 8Stimmen verabschiedet hat. Darin heisst es, dass «der Bundesrat in Absprache mit dem Kanton Zürich und der Gemeinde Weinigen mit der Suche nach einer Lösung beauftragt wird». So soll ein Mehrwert für die Bevölkerung im Bereich Lärmschutz ermöglicht werden, ohne dass Abstriche bei der Verkehrssicherheit gemacht würden, wird weiter ausgeführt. Zudem soll eine zeitliche Verzögerung der Bauarbeiten möglichst vermieden werden.

Es war das dritte Mal, dass sich die Verkehrskommission mit der im Rahmen des Baus der dritten Tunnelröhre geforderten Überdeckung des Gubristportals auseinander gesetzt hat. Ausgelöst wurden die Debatte durch eine Petition des Komitees «Chance Gubrist» sowie einer gleichlautenden Motion von Nationalrat Ernst Schibli.

Weil die Verkehrskommission bei der ersten Sitzung im November keinen Entscheid zu den beiden Vorstössen fällen konnte, wurden zur letzten Sitzung Anfang Januar der Zürcher Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker sowie Vertreter des Bundesamtes für Strassen (Astra) eingeladen.

Stark divergierende Meinungen

Stocker erklärte damals, dass der Kanton hinter einer Überdachung der A1 bei Weiningen stehe. Der Kanton sei grundsätzlich bereit, dem Kantonsrat eine Kreditvorlage für eine kantonale Beteiligung an den Kosten vorzulegen. Allerdings dürfe keine wesentliche Zeitverzögerung entstehen. Das Astra prognostizierte dagegen eine Verzögerung von mindestens drei bis fünf Jahren. Technisch machbar wären aber beispielsweise Kompromisslösungen, die nach dem Tunnelende einen unüberdeckten Abschnitt, gefolgt von einer kürzeren Überdeckung vorsehen würden.

Ein anderer Streitpunkt waren damals auch die Kosten. So weichen die Schätzungen des Kantons mit 50 bis 60Millionen Franken erheblich von jenen im Bericht des Astra von mehr als 100Millionen Franken ab. Das Astra bemängelte zudem, dass mit einer Überdeckung von 270Meter Länge zu wenig Strassenlänge für Fahrstreifenwechsel der Fahrzeuge zur Verfügung stehen würde. Die Verkürzung der bereits heute knappen Verflechtungslängen würde ein massiv erhöhtes Sicherheitsrisiko bedeuten, einen Unfallschwerpunkt schaffen und zu Kapazitätseinbussen führen.

Diese divergierenden Meinungen veranlassten die Verkehrskommission, weitere Entscheide zur «Chance Gubrist» auf gestern zu vertagen. Einer ist nun gefallen. Die Motion von Ernst Schibli wurde abgelehnt. Bereits im letzten Frühling wurde im Ständerat eine Motion von Felix Gutzwiller zur «Chance Gubrist» abgelehnt.