Schlieren
Grünliberale mischen die Stadtratswahlen 2018 auf

Andreas Kriesi will, dass seine Partei erstmals in die Exekutive einzieht

Alex Rudolf
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Kriesi kandidiert für den Stadtrat

Kriesi kandidiert für den Stadtrat

zvg

Bereits heute, ein halbes Jahr vor den Schlieremer Gesamterneuerungswahlen, steht fest, dass das Rennen um die sieben Sitze im Stadtrat spannend wird. Wie bereits vor vier Jahren ist dies den Grünliberalen zu verdanken. Diese portieren Gemeinderat Andreas Kriesi, wie in einer Medienmitteilung von gestern bekannt gegeben wurde. «Ich politisiere seit vier Jahren im Gemeindeparlament und bin bereit für einen Sitz in der Exekutive», sagt Kriesi auf Anfrage.

Der 57-jährige Wirtschaftsfachmann ist Geschäftsführer seines Werbedrucksachen-Unternehmens und präsidiert die GLP Schlieren, ist zweiter Vizepräsident der GLP Bezirk Dietikon und sitzt im Vorstand des Gewerbevereins Schlieren. Er wolle sich bei einer Wahl in die Exekutive für eine attraktive Stadt mit hoher Lebensqualität und gesunden Finanzen einsetzen sowie den Wirtschaftsstandort mit unternehmerfreundlichen Rahmenbedingungen gut positionieren. «Besonders am Herzen liegen mir auch die Belebung und die Gestaltung des Stadtzentrums», heisst es in der Medienmitteilung. Mit dieser Kandidatur stellt sich die Ausgangslage für die Stadtratswahlen vom 4. März 2018 folgendermassen dar. Neben Christian Meier und Pierre Dalcher von der SVP und Stefano Kunz von der CVP treten auch Beatrice Krebs und Manuela Stiefel von der FDP erneut an. Letztere kandidiert für das frei werdende Stadtpräsidium von Toni BrühlmannJecklin (SP). Dabei kann Stiefel auf die Unterstützung der bürgerlichen Parteien Schlierens zählen: SVP, CVP und EVP stellen keinen eigenen Kandidaten für das Stadtpräsidium auf.

An der Sektionsversammlung von Mitte Oktober entscheidet die SP, wen sie für den vakanten Stadtratssitz wie auch das Stadtpräsidium portiert. Dass die Sozialdemokraten aber nur mit einem Kandidaten, wohl dem bisherigen Markus Bärtschiger, antreten, ist nicht anzunehmen. Definitiv entscheiden wird jedoch die Orts-SP. Mit dem Zweier- oder gar Dreierticket der SP und Kriesis Kandidatur erhält das Stimmvolk somit eine Auswahl, da mehr Kandidaten zur Verfügung stehen, als Sitze vorhanden sind.

Bessere Chancen als 2014

Dies war bereits vor vier Jahren der Fall, als sich Nikolaus Wyss für die GLP für den Stadtrat aufstellen liess. Mit dem Erreichen des absoluten Mehrs verbuchte er einen Achtungserfolg, schied jedoch als Überzähliger aus. «Wir rechnen uns grössere Chancen aus als damals, da ich durch meine Tätigkeit im Parlament eine grössere Bekanntheit habe als Wyss damals», so Kriesi auf Anfrage. Erst diese Woche ging das Parlament auf eine von ihm lancierte Initiative für die Freihaltung der Geissweid ein – sein wohl bislang grösster politischer Erfolg, der ihm eine entsprechende mediale Präsenz bescherte.

Er will Stimmen von links und rechts

Ein Blick zurück zu den letzten Gesamterneuerungswahlen zeigt, dass die beiden FDP-Stadträtinnen Stiefel und Krebs mit dem besten Resultat gewählt wurden, dicht gefolgt von den beiden SP-Stadträten Brühlmann und Bärtschiger sowie Stefano Kunz von der CVP. Dalcher und Meier von der SVP holten am wenigsten stimmen. Für Kriesi steht jedoch fest, dass er nicht gezielt einen bürgerlichen oder einen sozialdemokratischen Sitz angreift. «Ich werde wohl Stimmen von links und rechts der Mitte holen», sagt er. Wie viele, hänge wohl davon ab, wen die Sozialdemokraten aufstellen.