Dietikon
Grünes Licht vom Kanton: Jetzt gehts an die Kraftwerk-Erneuerung

Der Kanton gibt grünes Licht für das neue Wasserkraftwerk. Schon im Dezember beginnen die Arbeiten. Die EKZ rechnen mit Investitionen von rund 37 Millionen Franken.

Sophie Rüesch
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Die Bauarbeiten am Kraftwerk werden voraussichtlich rund zwei Jahre dauern.

Die Bauarbeiten am Kraftwerk werden voraussichtlich rund zwei Jahre dauern.

Sandro Zimmerli

Dem Ausbau des Dietiker Wasserkraftwerks steht nichts mehr im Weg. Nach einigen Umwegen wurden die Pläne der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), die das Werk beim Dietiker Stauwehr betreiben, nun vom Regierungsrat bewilligt. Geplant ist unter anderem eine neue, kleine Kraftwerkanlage auf dem Südspitz unter dem Wehr. Eine Auflage war nämlich, dass die Restwasserstrecke, die östlich der EKZ-Insel verläuft, mehr Wasser führen muss. Dieses Wasser kann künftig dank der neuen Anlage zur Stromproduktion genutzt werden. So sollen nach der Erneuerung 4500 statt wie bisher 3800 Vierpersonenhaushalte mit erneuerbarer Energie versorgt werden.

Durch Regierungsrat abgesegnet

Die Konzession für weitere 60 Jahre haben die EKZ bereits Anfang Jahr erhalten. Nun hat der Regierungsrat auch die einzelnen Baumassnahmen auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft und abgesegnet. Die EKZ mussten begleitende Kompensationsmassnahmen für Umwelt, Erholung und Hochwasserschutz ausarbeiten. Die ersten, 2012 eingereichten Vorschläge haben dem Kanton nicht genügt. So mussten die EKZ noch einmal über die Bücher. Nun ist die Plangenehmigung nach Ablauf der Rekursfrist rechtsgültig.

Mit der Bewilligung im Sack geht alles Schlag auf Schlag: Die EKZ beginnen mit der Arbeit an den begleitenden Massnahmen bereits im Dezember, wie sie gestern mitteilten. Zuerst ist die EKZ-Insel an der Reihe. Auf deren Nordseite soll eine Auenlandschaft entstehen, ähnlich jener gegenüber auf Geroldswiler Boden. Sie soll dem Vogelschutz dienen. Die dafür notwendigen Rodungs- und Bauarbeiten machen Teile des Limmatuferwegs auf der Insel temporär unpassierbar. Fussgänger und Velofahrer werden deswegen auf den Weg entlang des Unterwasserkanals auf der Westseite der Insel umgeleitet. Die Verbindung ist während der ganzen Sanierung gewährleistet.

Umleitung Limmatuferweg Links ist die heutige Wegführung für Fussgänger und Velofahrer zu sehen, rechts die geplante Umleitung.

Umleitung Limmatuferweg Links ist die heutige Wegführung für Fussgänger und Velofahrer zu sehen, rechts die geplante Umleitung.

zvg/ekz

Neues Erholungsgebiet in der Brunau

Auch in der Brunau wird gerodet. Auf der Allmend zwischen Limmat und Bahnhof Glanzenberg planen EKZ und Stadt ein neues Erholungsgebiet, inklusive verbessertem Flusszugang, Spiel- und Liegewiese, Wasserzapfsäule, Feuerstellen und WCs. Die Voraussetzung dafür ist mit der vorliegenden Bewilligung nun erfüllt. In der Badesaison 2019 soll die neue Brunau dann genutzt werden können.

Die EKZ investieren insgesamt 37 Millionen Franken in die Erneuerung und die begleitenden Massnahmen. Zuerst waren 43 Millionen veranschlagt, es wurde aber günstiger offeriert als erwartet, wie die EKZ auf Anfrage erklären.

Neben der neuen Anlage sind eine Erneuerung der Maschinerie im bestehenden Werk, eine neue Rechenkonstruktion sowie Fischaufstiegs- und -abstiegshilfen geplant. Die Arbeiten am eigentlichen Werk beginnen im kommenden Frühling. Die Bauarbeiten sollen innert zwei Jahren abgeschlossen sein.