Schlieren
Grünes Licht für die neue Fachstelle

Für marginal weniger Geld bietet die Stadt Integrationsleistungen ab Ende 2017 wieder selber an

Alex Rudolf
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Schlieren übernimmt die Integration seiner Sozialhilfeempfänger. (Symbolbild)

Schlieren übernimmt die Integration seiner Sozialhilfeempfänger. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/ROBERTO PFEIL

«Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die Auslagerung von gewissen Aufgaben nicht immer besser und kostengünstiger ist, als diese Aufgaben selber zu übernehmen», sagte Jolanda Lionello an der gestrigen Parlamentssitzung. Die Sprecherin der Rechnungsprüfungskommission (RPK) und SP-Gemeinderätin bezieht sich auf den Plan des Stadtrates, die Integrationsleistung der Fachstelle Autark wieder in Schlieren anzubieten. Ohne Gegenantrag hiess das Parlament den stadträtlichen Antrag gut. Mit diesem reagierte die Exekutive auf äussere Umstände, denn die Eingliederung von Sozialhilfeempfängern im Bezirk Dietikon wird sich ab Ende des kommenden Jahres ohnehin ändern.

Heute stehen allen Limmattaler Bezügern die Angebote von Autark (Integration von arbeitsmarktnahen Sozialhilfeempfängern) und Check-in (Integration von Menschen, die schon länger nicht mehr im ersten Arbeitsmarkt tätig sind) zur Verfügung. Ab 2017 wird Dietikon, welches Autark führt, nur noch die stadteigenen Klienten integrieren, der Schlieremer Stadtrat möchte nun nachziehen und auch Check-in nur noch Schlieremer Sozialhilfeempfängern anbieten. Damit aber auch arbeitsmarktnahe Sozialhilfeempfänger, also die Klienten des Dietiker Autark, betreut werden, gliedert Schlieren diese Leistungen neu ins Angebot von Check-in ein.

Kosten erhöhen sich minim
Dieses neue Modell verursacht der Stadt ab 2017 jährliche Kosten von 173 000 Franken, was lediglich 2000 Franken mehr ist, als das alte Modell gekostet hat. Da anderen Gemeinden das Angebot nicht mehr zur Nutzung offensteht, braucht es für Check-in weniger Stellenprozente, für Autark-Leistungen kommen nur deren 20 hinzu. Mit dem neuen Modell können jedoch 40 anstatt nur 20 Klienten beim neuen Schlieremer Autark betreut werden.
Diese Argumente überzeugten die RPK: Einstimmig unterstützte das Gremium die vorgeschlagene Änderung. Die administrativen Wege würden verkürzt und die Kosten auf diese Weise gesenkt, so Lionello. Dies sei aus ihrer Sicht zu begrüssen, wie sie weiter bemerkte. Auch die SVP-Fraktion stellte sich klar hinter diese Änderung. Gemeinderat Boris Steffen: «Die SVP unterstützt den Antrag, weil die Begleitung der Klienten wichtig ist und ihnen so auch eine gewisse Wertschätzung entgegengebracht werden könne.»

Das Check-in gibt es seit dem Jahr 2009. Es übernahm die berufliche und soziale Integration von Sozialhilfeempfängern aus Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil, Unterengstringen, Urdorf und Schlieren. Die Schaffung dieser Fachstelle wurde nach der Einführung der Skos-Richtlinien (Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe) von den Gemeinden verlangt, um die Integration von Sozialhilfebeziehenden zu stärken, damit diese möglichst schnell wieder von der Unterstützung loskommen.

Wie verfahren andere Gemeinden?
Jene Gemeinden, die ab Ende 2017 die Leistungen von Autark und Check-in nicht mehr in Anspruch nehmen können, sind nun gefordert. Wie die Präsidentin der Limmattaler Sozialvorständekonferenz, Veronika Neubauer, Mitte Jahr sagte, stünde man mit verschiedenen Partnern in Kontakt.

Thomas Widmer (QV) wollte von der Exekutive wissen, ob es denn für andere Gemeinden möglich sei, die Leistungen des künftigen Schlieremer Autark/Check-in in Anspruch zu nehmen. Grundsätzlich sei dies möglich, wie Sozialvorstand Christian Meier (SVP) sagte. «Dies geschieht jedoch zum Vollkostenpreis und nur, wenn unsere Fachstelle genügend Kapazität hat», sagte er. Schlieremer Sozialhilfebezüger hätten klar Vorrang.

Die weiteren Beschlüsse

Der Stadtrat muss prüfen, ob sich im Schlieremer Wald ein Seilpark realisieren lässt. Das Postulat von John Daniels (FDP)wurde mit 16 zu 13 Stimmen an ihn überwiesen.


Das Alterszentrum Sandbühl wird wohl ein Sterbezimmer erhalten. Das Postulat von Jürg Naumann (QV) wurde dem Stadtrat mit 25 zu 4 Stimmen überwiesen.


Sozialhilfeempfänger sollen früher zum Vertrauensarzt geschickt werden. Das Postulat von Hans Wiedmer (SVP)wurde mit 18 zu 11 Stimmen überwiesen.