Birmensdorf
Grundeigentümer des Ämet-Quartiers schleifen am Entwurf des Kantons

Die Grundeigentümer wünschen sich Parkplätze für alle, höhere Hecken, um neugierige Blicke abzuwehren und mehr Freiheit für die künftigen Gebäude. Über den Gestaltungsplan soll die Gemeindeversammlung kommenden November entscheiden

Florian Niedermann
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Nachdem der Kanton einen ersten Entwurf des Quartier- und Gestaltungsplans für das Birmensdorfer Quartier Aemet vorgeprüft hat, konnten nun die Grundeigentümer im Planungsperimeter ihre Änderungswünsche äussern.

Zu diesem Zweck trafen sich vergangene Woche Gemeindevertreter mit den Eigentümern. Im Zentrum der Diskussionen standen das Besucherparkierungskonzept, die Auflagen bezüglich der Geländeverschiebungen und die Bepflanzung der Grundstücke.

In der ursprünglichen Form sah der Quartierplan vor, dass die Besucherparkplätze an drei Standorten entlang der Quartierstrasse quer zur Fahrbahn angelegt werden.

Die Grundeigentümer wollen diese aber lieber längs und dafür entlang der ganzen Strasse angeordnet, wie Bruno Knecht (parteilos), der Bauvorstand der Gemeinde Birmensdorf, sagte: «Die Grundeigentümer führten an, dass die Besucherparkplätze so von allen Grundstücken aus gleich gut zugänglich seien.»

Kleine Änderung, grosse Wirkung

Bevor diese Änderung im Quartier- und Gestaltungsplan aufgenommen wird, muss sie von der Quartierplankommission geprüft und von der Baudirektion des Kantons Zürich abgesegnet werden (siehe Box).

Der Weg zum neuen Quartier: Ein langwieriger Prozess

Das Land, auf dem dereinst das neue Ämet-Quartier entstehen soll, befand sich bis 2007 in der Reservezone. Bei der Revision der Bau- und Zonenordnung wurde das Gebiet eingezont. Damals wurde durch die Gemeindeversammlung verfügt, dass vor einer allfälligen Bebauung ein Gestaltungsplan erstellt werden muss. Auf dieser Basis werden in einem Quartierplan die baurechtliche Erschliessung des Gebietes und die Anpassung der Eigentumsrechte geregelt. Diese Planungsvorlagen werden durch die Grundeigner und die Baukommission erstellt und durch den Gemeinderat verabschiedet. Der Gestaltungsplan wird von der Gemeindeversammlung festgesetzt, der Quartierplan durch den Gemeinderat. Rechtskräftig sind beide Vorlagen erst, wenn sie abschliessend von der kantonalen Baudirektion abgesegnet worden sind.
Der jetzige Stand der Dinge: Nachdem die Gemeinde den Quartier- und Gestaltungsplan gemäss den Anregungen der Grundeigner überarbeitet, wird der Gestaltungsplan öffentlich aufgelegt. Nach der Bearbeitung allfälliger Einwendungen kann die Planung durch die Grundeigner über einen Mehrheitsentscheid offiziell aufgestellt und der Plan durch den Gemeinderat und die Gemeindeversammlung abgesegnet werden. (fni)

Die geänderte Parkplatzstruktur hätte Auswirkungen auf die gesamte Gestaltung des Quartiers: Zum einen ergäbe sich daraus eine andere Raumnutzung im Bereich der Quartierstrasse, zum andern müsste die Quartierplankommission auch die geplanten Begegnungsorte neu konzipieren.

Ein weiterer Punkt, der an der Grundeigentümerversammlung zu reden gab, war die Bepflanzung der Grundstücke. Auf dem Gebiet des Quartiers sind drei Fussgängerkorridore (siehe Karte) geplant.

Während sich die Eigentümer dafür starkmachten, dass sie ihre Häuser punktuell mithilfe von höheren Heckenbepflanzungen vor den Blicken der Passanten schützen dürfen, ist es der Gemeinde daran gelegen, eine durchlässige Optik der Korridore im Interesse der Öffentlichkeit zu erreichen. «Wir werden nun eine Lösung ausarbeiten müssen, die für beide Seiten tragbar ist», sagte Knecht.

Im Vorfeld der Versammlung von vergangener Woche gab auch die Breite der Fussgängerkorridore Anlass zu Diskussionen.

In diesem Punkt habe die Gemeinde mit den Grundeigentümern noch vor dem Treffen eine Lösung gefunden, sagte Knecht: «Die Korridorbreite ist heute kein Thema mehr. Es wurden Anpassungen in den Vorschriften vorgenommen, die die Grundeigentümer akzeptieren.»

Die dritte grössere Änderung des Quartierplans, welche die Besitzer in den Gesprächen mit den Behörden forderten, betrifft Geländeverschiebungen, die zum Bau der Häuser nötig sind.

Der Gestaltungsplan enthält sehr exakte Masse für den Aushub oder die Aufschüttung von Erdmaterial. Knecht sagte: «Die Eigentümer wollen in diesem Punkt etwas mehr Flexibilität, sodass sie bei der Konzipierung ihrer Gebäude mehr Freiheiten haben.»

Ob dieser Forderung Folge geleistet wird, muss ebenfalls die Quartierplankommission entscheiden.

Unabhängig von den Beratungen zwischen Gemeinde und Grundeigentümern verlangte die Baudirektion des Kantons Zürich eine Analyse des Grundwasserspiegels, wie Knecht erklärte.

Einerseits sei dies nötig, um die maximale Aushubtiefe festzulegen, andererseits bilden die Abklärungen auch die Grundlage für allfällige Bohrungen für Erdsonden, mit der die Bauherren Heizenergie über Erdwärme gewinnen können.

«Diese Abklärungen werden wir in Kürze vornehmen und die Resultate der Baudirektion nachliefern», so Knecht.

Baustart in einem Jahr geplant

Unter den Eigentümern herrsche Aufbruchstimmung, erklärte er: «Das ist wichtig, denn wir verfolgen gemeinsam ein ambitioniertes Ziel.»

Im November befindet der Souverän an der Gemeindeversammlung über den Gestaltungsplan.

Falls die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihn genehmigen, dauere es anschliessend voraussichtlich rund vier Monate, bis auch der Kanton grünes Licht geben könne, so Knecht. «Der Baustart im Aemet kann bei positivem Verlauf im Herbst 2014 erfolgen.»