Schlieren

Grund für hohe Sozialhilfequote ist keine Berufsausbildung

Stadthaus Schlieren: Gemäss dem Bericht der Städteinitiative ist jedoch nicht nur die Zuwanderung für den hohen Anteil an Sozialhilfebezügern verantwortlich.

Stadthaus Schlieren: Gemäss dem Bericht der Städteinitiative ist jedoch nicht nur die Zuwanderung für den hohen Anteil an Sozialhilfebezügern verantwortlich.

Laut dem gestern erschienenen Bericht der Städteinitiative Sozialpolitik ist die Zuwanderung nicht der Hauptgrund für den hohen Anteil an Sozialhilfebezügern.

Der Anteil der Sozialhilfebezüger an der Gesamtbevölkerung ist in Schlieren in den letzten Jahren zwar gesunken. Für eine Stadt ihrer Grösse ist sie aber noch immer vergleichsweise hoch. Zu diesem Schluss kommt die Städteinitiative Sozialpolitik in einem Kennzahlenvergleich von 13 Schweizer Städten des Jahres 2013. Im vergangenen Jahr bezogen
4,3 Prozent der Schlieremerinnen und Schlieremer Sozialhilfeleistungen. Zum Vergleich: Wädenswil, das mit 20 100 Einwohnern am ehesten mit Schlieren verglichen werden kann, hat eine Sozialhilfequote von nur 2,6 Prozent.

Für die relativ hohe Sozialhilfequote ist gemäss dem Bericht der Städteinitiative jedoch nicht in erster Linie die Zuwanderung verantwortlich. Schlieren verfüge zwar über einen relativ grossen lokalen Arbeitsmarkt, arbeitslose Personen hätten jedoch im Vergleich zu Arbeitslosen anderer Städte häufiger keine Berufsausbildung und vor dem Jobverlust meist in Hilfsfunktionen gearbeitet, so die Erklärung im Bericht. Und weiter: «Wie auch die Steuerkraft der Gemeinde zeigt, sind die finanziellen Ressourcen der Bevölkerung markant tiefer als in den meisten Vergleichsstädten.»

Diese Faktoren deuten laut Städteinitiative darauf hin, dass ein grösserer Teil der Bevölkerung in Schlieren ein höheres Sozialhilferisiko hat als in anderen Agglomerationsgemeinden. Dies erklärt mitunter die höhere Sozialhilfequote.

Als «bemerkenswert» bezeichnet der Bericht die Sozialhilfequote von Zürich. Obwohl sie die grösste Stadt in der Schweiz ist, weist sie im Vergleich eine tiefere Quote auf als Basel und Bern. Die Städteinitiative erklärt dies mit der regen Bautätigkeit in den ehemaligen Industriegebieten Zürich West und in Zürich Nord sowie den Quartieraufwertungsprojekten der letzten Jahrzehnte. «Sie haben dazu geführt, dass viele gut ausgebildete und wenig armutsgefährdete Personen in die Stadt gezogen sind», steht im Bericht.

Seit 2009 werden Kennzahlen von 13 Schweizer Städten miteinander verglichen: Zürich, Basel, Lausanne, Bern, Winterthur, Luzern, St.Gallen, Biel, Schaffhausen, Uster, Zug, Wädenswil und Schlieren.

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