Mit einem Lachen auf dem Gesicht geht Nikolaus Wyss nach der Verkündigung der Wahlresultate durch die Menge im Schlieremer Stadthaus und gratuliert den frisch gewählten Stadträten. Eine sportliche Reaktion: Als Kandidat der Grünliberalen erreichte er mit 901 Stimmen zwar das absolute Mehr. Weil er von allen Kandidaten das schlechteste Resultat erzielte, schied er aber als Überzähliger aus. Sein Parteipräsident, Andreas Kriesi, erklärt, dass man trotz dieser Niederlage mit dem Resultat zufrieden sei: «Es ist ein Achtungserfolg. Nikolaus war vielen Wählern vor seinem Wahlkampf nicht bekannt.» Ausserdem habe die Partei zwei Sitze im Parlament erringen können.

Nikolaus Wyss (GLP) nimmt Stellung zum verpassten Stadtratssitz

Nikolaus Wyss (GLP) nimmt Stellung zum verpassten Stadtratssitz

Topresultate für die FDP

Auch die Schlieremer FDP-Präsidentin Barbara Angelsberger blickt nach der Verkündigung der Resultate zufrieden in die Runde: Ihre beiden Stadträtinnen Bea Krebs und Manuela Stiefel wurden mit den besten Resultaten aller Kandidierenden wiedergewählt. «Das Ergebnis ist grossartig. Wir haben in den letzten vier Jahren eine sehr fleissige Politik betrieben. Das zahlte sich aus», sagt sie. Die FDP gehe gestärkt aus den Wahlen, so Angelsberger: «Wir werden uns aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern unsere starke Position im Parlament und im Stadtrat nutzen, um eine konstruktive Sachpolitik zu betreiben.»

CVP ist zurück im Stadtrat

Neu in den Stadtrat gewählt wurde CVP-Kandidat Stefano Kunz. Damit hat seine Partei zum ersten Mal seit 16 Jahren wieder einen Exekutiv-Sitz inne. Kunz, der den abtretenden EVP-Stadtrat Robert Welti beerbt, betont die Wichtigkeit dieser Wahl für die CVP: «Für eine Partei ist es ein grosser Vorteil, wenn ihre Interessen in der Exekutive vertreten werden. So ist auch ein guter Austausch zwischen den eigenen Parlamentarierinnen und dem Stadtrat gewährleistet.»

Dass sich mit Rolf Wegmüller vor den Wahlen ein zweiter CVP-Parlamentarier inoffiziell als Kandidat in Stellung brachte, gefährdete seinen Erfolg nicht. Nur 229-mal stand Wegmüllers Name auf dem Wahlzettel. Kunz wusste um den Rückhalt, den er in seiner Partei und bei der Wählerschaft hatte, wie er sagt: «Intern hatten wir nie ein Problem.»

Dalcher auf dem letzten Platz

Pierre Dalcher schaffte für die SVP den Sprung in den Stadtrat ebenfalls. Er erzielte mit 1140 Stimmen das knappste Resultat. Dass es ihm gelang, den durch Jean-Claude Perrins Abtritt frei gewordenen Sitz zu erobern, sei für ihn nicht selbstverständlich, sagt er: «Als SVP-Politiker muss man mit allem rechnen. Schlieren wird urbaner. Damit muss man die Bevölkerung auf anderen Wegen für sich gewinnen, als früher.» Bei seiner künftigen Arbeit in der Exekutive werde er von seiner Erfahrung aus dem Kantonsrat profitieren können, so Dalcher: «Ich lernte dort Brücken zu schlagen, um politische Ziele zu erreichen.» Auch der bisherige SVP-Stadtrat Christian Meier wurde mit 1206 Stimmen bestätigt.

Brühlmann als Präsident bestätigt

Die meisten Stimmen nach den beiden FDP-Kandidatinnen erreichte Markus Bärtschiger für die SP. Mit 1411 Stimmen schnitt er sogar noch besser ab, als sein ebenso wiedergewählter Parteikollege Toni Brühlmann-Jecklin (1407 Stimmen). 2010 schloss Letzterer bei den Stadtratswahlen noch mit dem besten Resultat aller Kandidierenden ab. Diesmal lag er an vierter Stelle.

Brühlmann wurde auch als Stadtpräsident mit 1182 Stimmen klar wiedergewählt. Vor kurzem wurde bekannt, dass Exponenten bürgerlicher Kreise beim Kampf um das Präsidium einen zweiten Wahlgang erreichen und seinen Sitz angreifen wollten. Dass er nun im ersten Wahlgang bestätigt wurde, freut Brühlmann: «Ich war mit bewusst, dass die Wahlen nicht schon im Vorfeld gelaufen waren. Mein Erfolg ist daher umso schöner.»