Limmattal

Grünliberale fordern eine Velo-Schnellstrasse im Limmattal

Das Velo als Verkehrsmittel der Zukunft. Patrick Gutenberg

Das Velo als Verkehrsmittel der Zukunft. Patrick Gutenberg

Es wird enger auf den Limmattaler Strassen. Der Verkehr auf seinen bisherigen Spuren wird an seine Grenzen stossen, wenn die Region so weiterwächst. Die Prognosen sprechen eine klare Sprache.

Bis 2030 sagen die Kantone Zürich und Aargau eine um 17 Prozent gewachsene Wohnbevölkerung und 29 Prozent mehr Arbeitsplätze im Limmattal voraus. Die Konsequenz: Bis 2030 rechnen die Verkehrsplaner mit zusätzlich 113 000 täglichen Fahrten durch das Limmattal. Zur Bewältigung des Verkehrsaufkommens setzen beide Kantone auch auf den Ausbau des Veloverkehrs. So wird es im Agglomerationsprogramm Limmattal festgehalten. Ein Ansatz, den die Grünliberale Partei Bezirk Dietikon vehement unterstützt, wie einem kürzlich verschickten Rundbrief zu entnehmen ist.

Probleme liegen innerorts

70 Prozent der Haushalte im Kanton Zürich besitzen mindestens ein Velo. Was braucht es, damit sie sich darauf setzen? «In erster Linie sichere Velospuren und ein gut ausgebautes, lückenloses Velonetz», sagt Sonja Gehrig, Co-Präsidentin der regionalen Grünliberalen. Soweit, so bekannt und unbestritten. Wo aber sind die Lücken im Netz? Zwischen den Ortschaften komme man im Limmattal recht gut voran, räumt Gehrig ein. «Es gibt auch gut befahrbare Insider-Wege wie entlang der Gleise von Schlieren nach Zürich», so Gehrig. Diese seien aber oftmals nicht ausgeschildert und deshalb schwer zu finden.

Die Mängel seien vor allem innerorts zu suchen. Besonders bei Knoten und Nadelöhren fehlen gemäss Gehrig oft Velospuren. Grund dafür sei paradoxerweise, dass Velospuren durch enge Passagen von den zuständigen Behörden oft als zu gefährlich eingeschätzt würden, so Gehrig. Bestehen für die Velofahrer keine Ausweichmöglichkeiten, kämen sie um diese Risikostellen trotzdem nicht herum. Ausserdem seien öffentliche Anlagen wie Schulen, Bäder und Sportplätze mit dem Velo innerorts nicht immer sicher und unkompliziert zu erreichen.

Gehrig kritisiert das Agglomerationsprogramm Limmattal der beiden Kantone Zürich und Aargau. Darin werde der Langsamverkehr als Strategieelement zur Verkehrsbewältigung zwar erwähnt, jedoch sehe das Programm keine konkreten Massnahmen für den Veloverkehr vor.

Deshalb müssten die Gemeinden gerade bei aktuellen Planungen den Veloverkehr berücksichtigen, betont Gehrig und nennt als Beispiel das Schlieremer Projekt Engstringer Kreuzung. Da künftig noch mehr Transitverkehr auf die Bernstrasse verlagert werden solle, verdiene die Kreuzung besonderes Augenmerk. Als wichtige Querverbindung zu den Gemeinden rechts der Limmat sei ein sicherer «Knotenpunkt Engstringer Kreuzung» wichtig für ein gutes Velonetz.

Limmattalbahn genügt nicht

Gehrig fordert von allen Gemeinden Engagement für den Veloverkehr, nicht nur im Windschatten der Limmattalbahn. 85 Prozent der Wegstrecke der zukünftigen Stadtbahn sollen mit Velospuren versehen werden. Die Grünliberalen des Bezirks Dietikon begrüssen diese Planungen. «Aber es braucht in den Lückengebieten noch weitergehende Massnahmen, wie Tempo-30-Zonen», so Gehrig.

Zusätzlich zu den Wegen entlang des Bahntrassees propagieren die Grünliberalen eine Schnellroute für Velos. Analog zur Autobahn sollte sie eine vom übrigen Verkehr abgetrennte Strasse sein und möglichst wenige Unterbrüche aufweisen. Das «lang gezogene, im Talboden flache Limmattal» eigne sich optimal dafür, so Gehrig. Angesichts des zunehmenden Verkehrsdrucks werde ein gut ausgebautes Velonetz immer mehr von der Kür zur Pflicht.

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