Limmattal

Grüngutdeponie im Wald gefährdet einheimische Pflanzenarten

Der Kirschlorbeer verbreitet sich im Dietiker Honeret unaufhaltsam, weil die Leute ihr Grüngut im Wald deponieren.

Der Kirschlorbeer verbreitet sich im Dietiker Honeret unaufhaltsam, weil die Leute ihr Grüngut im Wald deponieren.

So mancher Hobbygärtner entsorgt seinen Gartenabfall im Wald und gefährdet damit die heimische Fauna – die Förster haben Mühe bei der Bekämpfung der Exoten.

Im Frühling werden die Pflanzen im eigenen Garten zurückgeschnitten und der Rasen gemäht. Das dabei entstandene Grüngut landet aber oftmals nicht dort, wo es entsorgt werden soll. So mancher Hobbygärtner deponiert seine Abfälle im Wald, statt sie bei einer Sammelstelle abzugeben. Jedes Frühjahr stellen die Förster im Limmattal das gleiche Phänomen fest: Die unerwünschten Haufen, die meist über Nacht oder übers Wochenende entstehen, werden wieder grösser. Der Wald wird als Deponie missbraucht. Dabei ist das Ablagern von Grüngut nicht nur verboten, sondern auch fahrlässig für die Fauna.

Vor allem in Siedlungsnähe

Im Weininger Wald sind die unerwünschten Haufen vor allem in Siedlungsnähe anzutreffen, wo Überbauungen direkt an den Wald grenzen. Beliebt seien dabei Parkplätze und Ausweichmöglichkeiten von Strassen am Waldrand, sagt Daniel Dahmen vom Forstrevier Limmattal Nord. Entlang von Waldstrassen, die leicht und unbeobachtet erreicht werden können, werde immer wieder Grüngut entsorgt. Dabei sei das gemäss dem kantonalen Waldgesetz klar verboten. Jeder Wald habe einen Besitzer. Diese hätten kein Interesse, dass ihr Grundeigentum als Deponie missbraucht werde, so der Förster. «Waldfremde Arten, meist Zierpflanzen aus Gärten, gelangen mit dem Grüngut in den Wald und verbreiten sich dort unter Umständen sehr stark und verdrängen die einheimische Flora.» Das vermindere die Qualität des Lebensraumes für die einheimische Fauna.

Das Forstamt versuche jeweils, die Verursacher ausfindig zu machen und diesen über sein Fehlverhalten informieren. In gravierenden Fällen komme es zur Anzeige, so Dahmen. Meistens seien es Privatpersonen, die sämtliche Gartenabfälle im Wald entsorgen. Zum Teil seien es aber auch Gärtner, die Gartenschnitt im Wald deponierten. Die grössten Probleme verursachten Pflanzen wie Henrys Geissblatt, Sommerflieder und Kirschlorbeer.

Leute denken sich nichts dabei

Letzterer verbreitet sich auch in den Dietiker Wäldern unaufhaltsam. Revierförster Felix Holenstein bezeichnet ihn als «grosses Problem mit schwerwiegenden Folgen». Der Kirschlorbeer verdränge heimische Pflanzen, gewisse Waldteile seien bereits flächendeckend damit bewachsen. Vor allem im Winter sehe man den Eindringling gut, da er im Gegensatz zu den anderen Pflanzen seine Blätter nicht verliert. Noch schlimmer als im Dietiker Honeret sei es im Guggenbühlwald. «Der Kirschlorbeer vermehrt sich schnell, ein Zweig reicht oft schon aus, um sich weiter auszubreiten», so Holenstein. Der Förster vermutet, dass vielen Hobbygärtnern wohl gar nicht bewusst ist, was sie mit der Deponie von Grüngut im Wald anrichten. Man sehe die Asthaufen am Boden und denke sich nichts dabei, die eigenen auch noch dazuzuwerfen. Sogar Bambus wuchere mittlerweile in hiesigen Wäldern.

Die Bekämpfung der exotischen Pflanzen ist alles andere als einfach. Sind sie einmal da, sind sie fast nicht mehr loszuwerden. Im Wald dürfe man nicht mit Chemikalien vorgehen, so Holenstein. Die Pflanzen abzuschneiden oder auszureissen, helfe auch nur vorübergehend. Gerade der Kirschlorbeer schlage so schnell Wurzeln, dass es unmöglich sei, ihn zu bekämpfen.

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